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Studie Lokale Ökonomie

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Lokal verankerte Ökonomien haben in benachteiligten Quartieren eine wichtige Bedeutung als Arbeitgeber und für die Nahversorgung. Allerdings sind die ökonomischen, sozialräumlichen und ökologischen Wirkungen dieser Ökonomien relativ unbekannt. Verallgemeinerbare empirische Erkenntnisse standortspezifischer Wirkungen lokaler Ökonomien sind jedoch notwendig, um geeignete Strategien für die Förderung von Unternehmen in benachteiligten Quartieren entwickeln zu können. Daher sollen durch Analyse der Projekte im BIWAQ-Handlungsfeld „Lokale Ökonomie“ generalisierbare Erkenntnisse der lokalen Wirtschaftsstrukturen gewonnen werden. Darüber hinaus identifiziert die Studie Wirkungen, Rahmenbedingungen sowie Erfolgsfaktoren und Hemmnisse der Projekte und leitet daraus künftige Unterstützungsbedarfe für eine gezieltere Förderung ab.

Projektstart: August 2019

Ausgangslage

Für die Lebens- und Arbeitsqualität in städtischen Quartieren mit besonderen strukturellen Herausforderungen und einer prekären sozialen Lage kommt lokal verankerten Ökonomien eine wichtige Bedeutung zu. Der Begriff umfasst dabei insbesondere Unternehmen, Dienstleister, Handwerksbetriebe, (ethnische) Kleinst- bzw. Alleinunternehmer*innen als auch neue Formen urbaner Produktion, z. B. Manufakturen, Open Creative Labs und Inkubatoren. Als Arbeitgeber sorgen sie nicht nur für Beschäftigung, sondern stellen auch einen Gutteil der Nahversorgung der Menschen vor Ort sicher. Damit erfüllen sie eine wichtige Stabilisierungs- und Integrationsfunktion in einem Umfeld, das häufig durch multiple Standortnachteile, wie z. B. Strukturwandel, hohe Arbeitslosen- und Transferquoten, Leerstände und Defizite in der öffentlichen Infrastruktur gekennzeichnet ist. Lokale Produktions- und Dienstleistungsökonomien können darüber hinaus künftig auch eine wichtige Funktion für die sozial-ökologische Transformation der Städte erfüllen, wenn sie durch gezieltere Interventionen gefördert werden.

Die Stärkung lokal verankerter Ökonomien bietet außerdem Chancen für eine Reintegration von städtischen Funktionen – insbesondere in den Bereichen Produktion und Arbeit, aber auch mit Blick auf eine Revitalisierung brachliegender Flächen und Immobilien und die Stärkung von Kultur- und Erholungsangeboten. Durch eine bessere Verknüpfung dieser Aspekte kann ein Beitrag zu neuer Standortqualität geleistet werden. Dies erfordert jedoch eine aktive politische und administrative Unterstützung der Kommunen – z. B. durch eine aktive Liegenschaftspolitik oder Bestandspflegekonzepte. Zentrale Schnittstelle und Netzwerkknoten zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung in den Städten ist die kommunale Wirtschaftsförderung. Diese fokussiert ihre Aktivitäten jedoch oft auf größere Bestandsunternehmen mit Jahresumsätzen deutlich über 100.000 Euro. Kleine Unternehmen in prekären Quartieren geraten dadurch nicht selten aus dem Blickfeld. Vor diesem Hintergrund entfalten integrierte Förderansätze wie das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ von Bund und Ländern ihre eigentliche Bedeutung. Mit ihnen werden Impulse und finanzielle Anreize gesetzt, um positive Wechselwirkungen zwischen lokal verankerter Ökonomie, integrierter städtebaulicher Entwicklung und sozialer Integration durch neue Herangehensweisen und Kreativität jenseits klassischer Politiken zu befördern.

Um aber lokale Wertschöpfung und regionale Wirtschaftskreisläufe in diesem Sinne fördern und stärken zu können, braucht es Wissen über die Wirkmechanismen lokal eingebetteter und vernetzter Ökonomien bezüglich ihrer Ausstrahlwirkung auf ansiedlungswillige Unternehmen, die Beschäftigungseffekte, die Stabilisierung von (regionalen) Produktions- und Absatzbedingungen bereits ansässiger Unternehmen und spezifische Infrastrukturbedarfe. Dabei gilt es immer wieder, sowohl vorhandene Ressourcen und Wertschöpfungsketten zu adressieren als auch neue Wertschöpfungsnetze, etwa aus produzierendem Gewerbe, Unternehmen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnik und der Kreativwirtschaft oder in den Bereichen Landwirtschaft/Ernährung und im Baugewerbe aufzubauen.

Derzeit bestehen allerdings große Forschungslücken in Hinblick auf die ökonomischen, sozial-räumlichen und ökologischen Wirkungen sowie die Arbeitsplatzeffekte dieser Ökonomien. Um geeignete Strategien für die Förderung profitorientierter Unternehmen in benachteiligten Quartieren entwickeln zu können, werden deshalb verallgemeinerbare empirische Erkenntnisse und Beispiele über die standortspezifischen Wirkungen lokaler Ökonomien benötigt.

Zusatzinformationen

Kontakt

Orhan Güleş
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung

Telefon: +49 228 99401-1221


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