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Familie und Beruf unter einen Hut bringen

Özlem Sarnecki kam 2005 mit 30 Jahren aus der Türkei nach Deutschland. Sie hatte dort ihren Mann, einen Deutschen aus dem Großraum Pforzheim, kennengelernt. Sie gab ihre erfolgreiche Außendiensttätigkeit in Istanbul auf, verließ ihre Heimat und zog mit ihrem Mann nach Deutschland.

In ihren ersten Ehejahren hatte sie wenige Kontakte. Dies änderte sich auch kaum, als 2007 ihre erste Tochter geboren wurde. Entsprechend schleppend verlief auch das Erlernen der deutschen Sprache. In den folgenden Jahren veränderte sich die Beziehung zu ihrem Mann. Gewalt und Druck fanden Eingang in ihr Leben. Im Jahr 2011, nicht lange vor der Geburt ihrer zweiten Tochter, wusste sie schließlich keinen anderen Ausweg mehr als die Flucht ins Frauenhaus.

Mit Hilfe sozialer Einrichtungen fand sie 2012 ihre Wohnung in der Pforzheimer Nordstadt, wo sie sich in den folgenden Jahren der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder widmete. 2016 begann sie, zeitlich nun wieder etwas freier, ihre mögliche Rückkehr in den Beruf vorzubereiten.

Sie wandte sich an die Agentur für Arbeit und besuchte zunächst einen Kurs für berufliche Kommunikation, der mit einem Praktikum verbunden war. So fand sie Ende 2016 den Weg in das Quartierzentrum Innenstadt und bat das Team des BIWAQ-Projekts Uhrwerk um Hilfe bei der Suche nach einem Praktikums- bzw. Arbeitsplatz.

Im Profiling wurde dort schnell ersichtlich, dass die junge Frau, die im Gespräch einen positiven und energiegeladenen Eindruck vermittelt, eine Tätigkeit sucht, in der sie zum einen mit Menschen zu tun hat und die andererseits ihre Leidenschaft für das Autofahren berücksichtigt. Da aufgrund sprachlicher Hemmnisse eine Rückkehr in ihren alten Beruf der Außendienstmitarbeiterin aktuell nicht vorstellbar ist, machten sich die Mitarbeitenden des Quartierszentrums auf die Suche nach einer Tätigkeit, die beide Wünsche von Özlem Sarnecki erfüllt. Sie fanden ein Stellenangebot einer sozialen Einrichtung in Pforzheim für eine Ausfahrerin für Essen auf Rädern. Nach einem erfolgreichen Vorstellungstermin wurde ein Praktikum vereinbart. „Die Arbeit ist sehr gut und die Menschen sind alle sehr nett“, berichtet Özlem Sarnecki.

Da auch die Vorgesetzte von allen Seiten positive Rückmeldungen bekam, wurde zum 1. Juni 2017 ein Vertrag geschlossen, der zunächst die Tätigkeit als Springerin vorsieht. „Özlem würde am liebsten jeden Tag arbeiten, sie ist richtig traurig, wenn sie nicht eingeteilt ist. Sobald eine Stelle für eine feste Tour frei wird, wird sie diese bekommen“, so die Leiterin des Bereichs Essen auf Rädern.

Für Özlem Sarnecki ist diese Arbeit ein erster Schritt zurück in einen geordneten Berufsalltag. Das für sie Wichtigste aber ist, dass sie weiterhin an den Nachmittagen für ihre beiden Kinder da ist und damit Beruf und Familie verbinden kann..


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