Stadtteilinitiative „Fitness-Kur“
Das Projekt Stadtteilinitiative „Fitness-Kur“ wendet sich an langzeitarbeitslose Migrantinnen und Migranten aus den Dortmunder Soziale-Stadt-Quartieren Hörde-Clarenberg und Scharnhorst-Ost. Durch berufspraktische Qualifizierung unter Anleitung, die Vermittlung von Grundlagenqualifizierungen und fachspezifischem Wissen will das Projekt die berufliche und soziale Integration der Teilnehmenden verbessern. Wenn die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses davon abhängig ist, ist zur Verbesserung der Mobilität und der Vermittlungschancen in Arbeit der Erwerb verschiedener Führerscheine vorgesehen. Die begleitende Betreuung unterstützt die soziale Integration, verbessert das Selbstbewusstsein und aktiviert das Eigenengagement der Teilnehmenden durch das Lernen neuer Formen der (beruflichen) Interaktion. Darüber hinaus fördert sie ihre berufliche Integration durch Tiefenprofiling, Informationen über Berufsentwicklungsmöglichkeiten und Job-Coaching. Örtlich bestehende Strukturen der Unterstützung und Organisation von Migranten werden eingebunden, um die Ansprache der Teilnehmenden zu optimieren und die Nachhaltigkeit der sozialen Integration zu stärken. Im Rahmen der Projektaktivitäten sollen Grünanlagen und Grünflächen der beiden Quartiere für eine tägliche und intensive Nutzung mit vielfältigen Angeboten „fit" gemacht und ihre ökologischen Funktionen unterstützt und optimiert werden. Damit verbessert das Projekt zugleich den Erholungs- und Freizeitwert des Wohnumfelds für die Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Stadtteile.
| Kooperationspartner |
JobCenterARGE Dortmund
Stadt Dortmund: Eigenbetrieb Sport- und Freizeitbetriebe, Kulturbetriebe, Volkshochschule, Integrationsbüro und deren Vernetzungsstrukturen, Ausländerbeirat, Bezirksbürgermeister, Bezirksverwaltungsstellenleiter, Ansprechpartner für Interkulturelles in den beiden Stadtbezirken |
|---|---|
| Handlungsfelder |
Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit |
| Zielgruppen |
Personen des Rechtskreises SGB II
Jugendliche und junge Erwachsene Migrantinnen und Migranten |
Handlungsbedarf und Ziele
Die sozialräumliche Lage in den beiden Dortmunder Großwohnsiedlungen Hörde-Clarenberg und Scharnhorst-Ost ist durch eine hohe Bevölkerungsdichte mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit gekennzeichnet (Scharnhorst-Ost: rd. 16%, Hörde: rd.15%, Dortmund: rd. 10% (2008)). Hier leben vor allem geringqualifizierte Berufsgruppen mit einem hohen Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationsbiografie. Bis zur Hälfte der Vorschulkinder in der Zielgruppe ist ohne Kitabindung, viele der Erstklässler haben keine oder nur geringe Deutschkenntnisse. Die hohe Arbeitslosigkeit, verbunden mit Sprachdefiziten und einer geringen Qualifikation, führte in den letzten Jahren zu einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit mit den bekannten Folgeproblemen. Durch diese Faktoren wird die soziale Integration behindert und die Isolation von der Gesellschaft nimmt zu. Darüber hinaus besteht (im praxisorientierten Projektteil) der Bedarf, Grünflächen und Grünanlagen der beiden Stadtteile Hörde und Scharnhorst aufzuwerten und zu optimieren.
Unter diesen Gesichtspunkten verfolgt das Projekt das Ziel, beide Ausgangslagen mit Maßnahmen gebündelt anzugehen, um Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund zu beschäftigen, zu qualifizieren und zu coachen. Das Projekt will die endogenen Beschäftigungspotenziale der Zielgruppe aktivieren und unter Beteiligung weiterer Akteure den Teilnehmenden neue Handlungsräume eröffnen. Migranten ohne Beschäftigung aus den Stadtteilen sollen „fit“ gemacht werden, indem ihre Eingliederungschancen in das Berufsleben verbessert werden und sie so in den Arbeitsmarkt und sozial integriert werden können. Kernelemente des Projektansatzes sind:
- Ein örtliches Netzwerk begleitender Unterstützung,
- eine angeleitete Tätigkeit, die berufliche Grundlagen vermittelt,
- eine individuelle Qualifizierung mit Zertifikaten und
- eine Begleitung, die den Prozess unterstützt und die Einmündung in den Arbeitsmarkt fördert.
Die intensive Betreuung und Beratung über den Jobcoach/Bildungsbegleiter unterstützt die Teilnehmenden auf dem Weg in ihre berufliche Veränderung. Darüber hinaus werden Grünflächen der Stadtteile „fit" gemacht für eine tägliche intensive Nutzung durch die Bewohnerinnen und Bewohner.
Aktivitäten
- Niedrigschwellige Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote unter fachlicher Anleitung,
- Berufsorientierte Sprachschulungen, Baumaschinenausbildung, individuelle Qualifizierungsangebote, ggf. Erwerb einer erforderlichen Fahrerlaubnis,
- Flankierende soziale Begleitmaßnahmen und Job-Coaching: Erstellung von Teilnehmerprofilen, Förderplanung, Fragen zum Arbeitsmarkt und beruflicher Bildung, Einleitung und Vermittlungsaktivitäten,
- Unterstützung der Integration durch individuelle Bewerbungshilfe, Coaching des Bewerbungsverfahrens und Beratungsgespräche,
- Umsetzung der praxisorientierten Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote in Grünflächen und -anlagen in den Quartieren,
- Optimierung des Freizeit- und Aufenthaltswertes der Grünanlagen durch Bau von Freizeitangeboten (z.B. Bouleanlagen), informellen Treffpunkten, neues Mobiliar; Verbesserung der Biotopfunktion der Grün- und Freiflächen und Verbesserung der Infrastruktur in den Grün- und Freianlagen.
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Stadt: Dortmund
Programmgebiet: Großsiedlung Hörde-Clarenberg, Scharnhorst-Ost
Projektlaufzeit: 6/2010 bis 7/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
Stadt Dortmund
Burgholzstraße 150
44145 Dortmund
Telefon: 0231 5023500
Fax: 0231 5026232
hermann.boedige@stadtdo.de
Stadt Dortmund


