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Existenzen stärken

Das Projekt „Existenzen stärken“ wird im Lindauer Soziale-Stadt-Quartier Zech durchgeführt und hat zum Ziel, Grundlagen und Angebote zu schaffen, die es den benachteiligten Bewohnergruppen im Quartier ermöglichen, langfristig eine eigenständige, selbstbestimmte Existenz aufzubauen. Hierzu werden die beruflichen Integrationschancen von Jugendlichen in der Übergangsphase Schule – Beruf durch berufliche Orientierungshilfen, Qualifizierung, den Aufbau von Schlüsselqualifikationen und berufsrelevanten Fähigkeiten sowie der Verbesserung von Sprachkenntnissen gefördert. Mädchen mit einer muslimischen Migrationsbiografie sollen im Vorfeld einer beruflichen Integration Unterstützung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und zur Auflösung starrer Rollenzuweisungen erhalten, ohne dass sie die eigene kulturelle Identität aufgeben. Darüber hinaus sollen durch verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen und die Schaffung von niedrigschwelligen Ausbildungs- und Arbeitsangeboten in Kooperation mit der lokalen Ökonomie die Chancen von Schulabgängern und Langzeitarbeitslosen aus dem Quartier zur Integration in den Arbeitsmarkt verbessert werden.

Steckbrief
Kooperationspartner ARGE Lindau
Quartiersmanagement
Sozialstation Lindau
Seniorenheim Reutin
Gemeinnützige Wohnungsbau-Gesellschaft mbH (GWG)
Treffpunkt Zech e.V.
Hauptschule Reutin
Synergie Soziale Bildung GbR
Islamischer Verein Lindau
Unternehmen Chance
Kreisjugendring
Lokale Unternehmen
Handlungsfelder Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit
Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf
Zielgruppen Jugendliche und junge Erwachsene
Personen des Rechtskreises SGB II
Schülerinnen und Schüler

Handlungsbedarf und Ziele

Der Lindauer Stadtteil Zech hat einen vergleichsweise hohen Anteil älterer, zumeist noch aktiver Menschen – über 30% der Quartiersbewohnerinnen und -bewohner sind älter als 60 Jahre. Die meisten von ihnen sind bereits im Stadtteil aufgewachsen und haben eine starke Bindung an das Quartier. In den jüngeren Jahrgängen gibt es dagegen einen besonders hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationsbiografie (Migrantenanteil insgesamt 50%, Gesamtstadt 12%). Damit haben sich zwei Gruppen gebildet, die sich stark voneinander abgrenzen. Dieser Prozess hat sich durch den Zuzug einkommensschwacher Bewohnergruppen und Familien mit Migrationsbiografie und höherem Kinderanteil noch verstärkt; dies geht dabei einher mit einer zunehmenden Stigmatisierung des Stadtteils. Die Stadt Lindau war in den letzten Jahren bestrebt, dieser Entwicklung entgegenzutreten und das Quartier aufzuwerten. Basis des integrierten Entwicklungskonzepts ist die bauliche Aufwertung durch Neubau und Sanierung sowie die Schaffung eines veränderten sozialen und wirtschaftlichen „Klimas“ im Quartier, um eine ausgeglichene Alters- und Sozialmischung zu fördern. Mit Unterstützung des BIWAQ-Projekts sollen vor allem bildungsferne Bevölkerungsgruppen des Stadtteils erreicht und gefördert werden, um so einen Beitrag zur Aufwertung des Stadtteils zu leisten und ihn als Wohnort für sozial stabilere Bevölkerungsschichten attraktiver zu machen.

Neben baulichen Verbesserungen ist es in den letzten Jahren durch die Einführung eines Quartiersmanagements gelungen, unterstützt durch die Förderprogramme LOS und Mehrgenerationenhaus, für Problemgruppen wie beispielsweise Alleinerziehende, ALG-I- und ALG II-Empfänger (meist ohne qualifizierten Abschluss), Migrantinnen und Migranten mit mangelnden Sprachkenntnissen und Jugendliche (deren Schulabschluss gefährdet ist) aus dem Quartier Perspektiven zu entwickeln. Dadurch entstand eine Dynamik, die es ermöglicht hat, die soziale Struktur im Stadtteil langfristig zu verbessern und zu stabilisieren. Dieser erfolgreich verlaufende Prozess muss weiter unterstützt werden, indem – in Kooperation mit lokalen Partnern aus Wirtschaft, Bildung und Politik – die berufliche Integration benachteiligter Jugendlicher und Langzeitarbeitsloser aus dem Stadtteil weiter gefördert wird.

Das Projekt „Existenzen stärken“ greift diesen Handlungsbedarf auf und hat zum Ziel, Grundlagen und Angebote zu schaffen, die es den benachteiligten Bewohnergruppen im Quartier ermöglichen, langfristig eine eigenständige, selbstbestimmte Existenz aufzubauen. Hierzu werden die beruflichen Integrationschancen von Jugendlichen in der Übergangsphase Schule – Beruf durch berufliche Orientierungshilfen, Qualifizierung, den Aufbau von Schlüsselqualifikationen und berufsrelevanten Fähigkeiten sowie der Verbesserung von Sprachkenntnissen gefördert. Mädchen mit einer muslimischen Migrationsbiografie sollen im Vorfeld einer beruflichen Integration Unterstützung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und zur Auflösung starrer Rollenzuweisungen erhalten, ohne dass sie die eigene kulturelle Identität aufgeben. Darüber hinaus sollen durch verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen und die Schaffung von niedrigschwelligen Ausbildungs- und Arbeitsangeboten in Kooperation mit der lokalen Ökonomie die Chancen von Schulabgängern und Langzeitarbeitslosen aus dem Quartier zur Integration in den Arbeitsmarkt verbessert werden.

Aktivitäten

  • Aufbau einer „Ausbildungsfirma“ für Jugendliche aus dem Quartier in der beruflichen Orientierungsphase in Zusammenarbeit mit Schulen und lokaler Wirtschaft, Vermittlung von Fertigkeiten in verschiedenen handwerklichen und kaufmännischen Bereichen (z.B. Schreiner, Schlosser) und Einblicken in die reale Arbeitswelt (Bewerbung, Arbeitsvertrag, abschließende Beurteilung),
  • Schaffung von Ausbildungsplätzen im Verbund mit lokalen Unternehmen und Einrichtungen für schwer vermittelbare Jugendliche,
  • Mädchenprojekte für muslimische Mädchen unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Identität zum Erlernen selbstbestimmten Handelns und Überwindung traditioneller Rollenzuweisungen als Beitrag zur Verbesserung ihrer beruflichen Integrationschancen am Arbeitsmarkt, Leitung durch Migrantinnen,
  • Niedrigschwellige Qualifizierungsprojekte für Langzeitarbeitslose (z. B. in Kooperation mit örtlicher Sozialstation Angebot zur Qualifizierung im Pflegebereich oder in haushaltsnahen Dienstleistungen),
  • Aufbau einer Angebotsstruktur zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (z.B. unternehmensübergreifende Kinderbetreuungsangebote oder zusätzliche Dienstleistungsangebote im Stadtteil), Methoden: Workshops, Vermittlung von „guten Beispielen“ und weitere Kommunikationsansätze.

Projektinformationen

Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Bayern
Stadt: Lindau
Programmgebiet: Ortsteil Zech
Projektlaufzeit: 6/2010 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012

Kontakt

Beate Zanker
Stadt Lindau (Bodensee)
Bregenzer Straße 4
88131 Lindau (Bodensee)
Telefon: 08382 918213
Fax: 08382 918331
beate.zanker@­lindau.de
Stadt Lindau

Zusatzinformationen

Projektinformationen

Zielgebiet
Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung

Bundesland
Bayern

Stadt/Gemeinde
Lindau

Programmgebiet
Ortsteil Zech

Projektlaufzeit
6/2010 bis 10/2012

Förderrunde
2008-2012

Kontakt

Beate Zanker
Stadt Lindau (Bodensee)
Bregenzer Straße 4
88131 Lindau (Bodensee)
Telefon: 08382 918213
Fax: 08382 918331
beate.zanker@­lindau.de
Stadt Lindau

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