ABBEX
Quelle: Caritasverband Mainz e.V.
- individuelle Beratung der Zielgruppen und Weitervermittlung an bedarfsgerechte Angebote,
- Entwicklung eigener Weiterqualifikationsangebote, Aufbau einer Lernwerkstatt im IT-Bereich und in den Bereichen Alltagskompetenz, Sprachtraining, Ernährung und Hauswirtschaft,
- Organisation und Schaffung von Praktikumsplätzen im Stadtteil,
- Unterstützung von Existenzgründungen,
- Netzwerkarbeit zwischen den Akteuren sozialer Integration im Stadtteil.
| Kooperationspartner |
Job-Center für Arbeitsmarktintegration Mainz
AMA – ArbeitsmarktAgentur Mainz Landeshauptstadt Mainz: Quartiersmanagement NiN - Neustadt im Netz e.V. ESHI - Erwerbslosen und Sozialhilfe Initiative Mainz e.V. Verein Freiheit und Solidarität e.V. Caritas Mainz e.V. Zack-Computer CBS-Bürgerservice |
|---|---|
| Handlungsfelder | Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit |
| Zielgruppen |
Personen des Rechtskreises SGB II
Migrantinnen und Migranten Frauen |
Handlungsbedarf und Ziele
In der Mainzer Neustadt leben etwa 28.000 Menschen. Das Wohngebiet hat einen hohen Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund: Etwa 26% der Neustädter haben keine deutsche Staatsangehörigkeit (Sozialraumanalyse Mainz 2005). Über ein Drittel (36%) aller Arbeitslosen in Mainz sind Langzeitarbeitslose, ein Drittel (33%) sind Migrantinnen und Migranten, ein Viertel ist älter als 50 Jahre (Mainz 2020 – den demographischen Wandel gestalten/2007). Die hohe Arbeitslosigkeit trifft verstärkt insbesondere auf die Neustadt zu. In der nördlichen Neustadt waren 2005 ein Viertel (25%) arbeitslos, der Anteil der Langzeitarbeitslosen lag bei über zwei Fünfteln (41%). Kernprobleme sind der gleichbleibende hohe Stand arbeitsmarkt- und bildungsferner Personen mit besonderen Vermittlungshemmnissen: fehlende Qualifikation, gesundheitliche Einschränkungen, Schulden, bei Migranten zusätzlich Sprachdefizite und Integrationshemmnisse, und spezifische Probleme von Frauen bei der Kinderversorgung. In Haushalten von Langzeitarbeitslosen, in denen Kinder aufwachsen, können sich negative Erwerbsbiographiemuster über Generationen verfestigen.
Mit traditionellen Bildungsangeboten und arbeitsmarktpolitischen Instrumenten wird die Zielgruppe der bildungs- und arbeitsmarktfernen Personen kaum erreicht. Es fehlen niedrigschwellige Angebote, die den Betroffenen neue Zugänge zum Arbeitsmarkt ermöglichen. Hinzu kommt, dass unterschiedliche Ansprechpartnerinnen und -partner für individuelle Problemlagen der Betroffenen, die länger aus dem Arbeitsprozess ausgegrenzt sind und Qualifizierungsangebote getrennt voneinander agieren. Dadurch werden die Angebote häufig für potenzielle Nutzerinnen und Nutzer undurchschaubar.
Das Projekt ABBEX knüpft an diese Problemlagen an und hat die Schaffung niedrigschwelliger Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote für Langzeitarbeitlose aus der Neustadt zum Ziel. insbesondere sollen folgende Zielgruppen aus dem Stadtteil erreicht werden: Langzeitarbeitslose über 35 Jahre, Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationsbiografie und (langzeit-)arbeitslose Frauen. Mit den Projektaktivitäten wird die gesellschaftliche Integration der Zielgruppen gefördert und das soziale Leben in der Neustadt unterstützt.
ABBEX greift die bisherige soziale Stadtentwicklung vor Ort auf und bietet eine niedrigschwellige Ergänzung traditioneller Bildungsangebote und arbeitsmarktpolitischer Instrumente. Die Vielfalt der bestehenden Qualifizierungs-, Hilfs- und Beratungsangebote wird im Caritas-Zentrum vor Ort überschaubar gebündelt und um eigene Angebote ergänzt. Das Zentrum ist für die Zielgruppen eine etablierte Anlaufstelle und ein stark frequentierter Nachbarschaftstreffpunkt. Durch die Verknüpfung von Beratung, niedrigschwelliger Bildungsarbeit, bürgerschaftlichen Engagement, nachbarschaftlicher Kommunikation und Eigeninitiative/Selbstorganisation wird bildungs- und arbeitsmarktfernen Menschen der Zugang zu Hilfs- und Qualifizierungsangeboten erleichtert. Die Angebote sind in den Alltagskontext der Zielgruppen eingebunden, gekennzeichnet durch vernetzte Angebote, örtliche Nähe, vertraute Ansprechpartner und „angstfreie“ Lernsituationen. Kernelemente von ABBEX sind:
- individuelle Beratung der Zielgruppen und Weitervermittlung an bedarfsgerechte Angebote,
- Entwicklung eigener Weiterqualifikationsangebote, Aufbau einer Lernwerkstatt im IT-Bereich und den Bereichen Alltagskompetenz, Sprachtraining, Ernährung und Hauswirtschaft,
- Organisation und Schaffung von Praktikumsplätzen im Stadtteil,
- Unterstützung von Existenzgründungen,
- Netzwerkarbeit zwischen den Akteuren sozialer Integration im Stadtteil.
Aktivitäten
1. EBENE: Zielgruppe bildungs- und arbeitsmarktferne Bewohnerinnen und Bewohner in der Neustadt
- Kommunikation und Information: Beratungs- und Informationsmaßnahmen, Veranstaltungen, Gruppenangebote, Aktivierung von Vereinsarbeit und Selbsthilfeorganisationen
- Beratung und Qualifizierung: gezielte Vermittlung und/oder Aktivierung in verschiedene Angebote: Sozial-, Kompetenz- und Existenzgründungsberatung und/oder im Rahmen der Lernwerkstatt Neustadt: Qualifizierungsmaßnahmen und -kurse, Arbeitserprobungsmaßnahmen, Praktika
- Unterstützung bei der Existenzgründung: Begleitung bei Existenzgründungsprozessen im Stadtteil, Unterstützung bei der Aufnahme von Mikrokrediten, Aufbau lokaler Mikrofinanzpartnerschaften und Netzwerken
2. EBENE: Institutionen/Kooperationspartner in den Bereichen Soziale Arbeit, Bildung, Wirtschaft und Politik
- Öffentlichkeitswirksame Aktionen, Schaffung von Praktikumsplätzen,
- Netzwerkarbeit zwischen den beteiligten Akteuren: Runde Tische, Partnerschaften,
- Mitarbeit der Projektagentur in verschiedenen verbandsinternen und/oder trägerübergreifenden Kooperationen, in Gremien der sozialen Stadtteilarbeit; Vermittlung und Vernetzung zwischen beiden Projektebenen.
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Stadt: Mainz
Programmgebiet: Neustadt
Projektlaufzeit: 1/2010 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
Caritasverband Mainz.e.V.
Aspeltstraße 10
55118 Mainz
Telefon: 06131 9083243
e.trost-kolodziejski@caritas-mz.de
Caritasverband Mainz.e.V.


