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OstWerkStadt

Standort stärken –Unternehmen entwickeln – Beschäftigung schaffen

Das Projekt OstWerkStadt der Stadt Leipzig hat zum Ziel, einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der lokalen Ökonomie im Leipziger Osten zu leisten. Die lokale Wirtschaft im Leipziger Osten ist geprägt durch Klein(st)teiligkeit und einfache Angebote. In ausgewählten Lagen haben bis zu 50% der Unternehmer einen Migrationshintergrund (ethnische Ökonomie). Um ihrer Aufgabe als Entwicklungsanker im Quartier gerecht zu werden, benötigen die lokalen KMU eine aktive Unterstützung. Dazu erhalten sie in der „OstWerkStadt“ neben einer unmittelbaren Beratung auch Qualifizierungsangebote und Hilfen bei der Identifikation und Erschließung ihrer Potenziale. Die Quartiersbewohner werden bei der Arbeitssuche beraten und bei der Bewerbung sowie beim Abbau von Bildungsdefiziten unterstützt. Diese Niederschwelligkeit sichert gerade für den hohen Anteil – häufig auch langzeitarbeitsloser – Personen mit Migrationshintergrund die Wirksamkeit der Angebote. Information und Sensibilisierung schafft Zugänge zu bisher nicht erreichten Personengruppen. Neben unmittelbaren Wirkungen erfolgt über einen reflexiven Ansatz die Einbindung in das integrierte Entwicklungskonzept und damit in die Prozesse der Stadterneuerung. Dazu trägt auch die Weiterentwicklung des Theorie-Ansatzes der Ethnic Business Districts bei.

Steckbrief
Kooperationspartner DAA - Deutsche Angestellten-Akademie Sachsen
Behling-Consult Halle
Industrie- und Handelskammer zu Leipzig
Handwerkskammer zu Leipzig
Stadt Leipzig: Amt für Wirtschaftsförderung, Sozialamt, Ausländerbeauftragter
Gemeinsamer Arbeitgeber-Service Arbeitsagentur/ARGE
Unternehmerverband Sachsen
Quartiersmanagement
Handlungsfelder Stärkung der lokalen Ökonomie
Zielgruppen Betriebe der lokalen Ökonomie
Erwerbstätige
Migrantinnen und Migranten
Personen des Rechtskreises SGB II
Personen des Rechtskreises SGB III

Handlungsbedarf und Ziele

Im Leipziger Osten überlagern sich verschiedene städtebauliche, ökonomische und soziale Problemlagen. Trotz der infrastrukturellen Qualität hat der Standort ein negatives Image. Das Qualitätsniveau gewerblicher Flächen ist gering. Das Umfeld ist geprägt durch einen hohen Anteil leerstehender Wohnungen und Gewerbeeinheiten (z. B. Eisenbahnstraße: 30%).

Im Rahmen der sozialen Stadtentwicklung wurde in den letzten Jahren die städtebauliche Erneuerung kontinuierlich vorangetrieben und die zentrale Verkehrsachse Eisenbahnstraße umgebaut. Mit KMU-Beihilfe konnten Erfolge bei Existenzgründungen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze erzielt werden. Dennoch hat die lokale Ökonomie weiter mit vehementen Problemen zu kämpfen: Wichtige Handlungsfelder sind u.a. die ungünstigen Größen der Betriebe – 90% sind Kleinstunternehmen – und ihre geringe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Sie konzentrieren sich vorrangig nur auf Einzelhandel und Dienstleistungen. Viele Unternehmen wurden aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet. Dies gilt v.a. für die bis zu 50% ethnischen Betriebe, bei denen weitere Entwicklungshemmnisse dazu kommen. Dazu zählen die geringe Zahl an Beschäftigungs- und Ausbildungsangeboten, eingeschränkte Kenntnisse des Umgangs mit Behörden, Banken und rechtlichen Rahmenbedingungen, die einfache Berufsstruktur der Unternehmer und der geringe Organisationsgrad zur Interessenbündelung.

Auch die Arbeitslosigkeit ist ein zentrales Handlungsfeld im Quartier. Viele Arbeitssuchende – v.a. mit Migrationshintergrund – sind benachteiligt. Der Anteil junger Arbeitssuchender mit Schwächen in der Ausbildungseignung ist hoch. Ursachen sind schlechte Schulabschlüsse, wenig ausgeprägte „Soft skills“ und häufige Schulabbrüche. Bis zu 40% der Arbeitssuchenden sind Langzeitarbeitslose mit Defiziten in der Beschäftigungsfähigkeit.

Das Projekt „OstWerkStadt“ soll vor diesem Hintergrund v.a. die lokale Ökonomie stärken – auch mit Blick auf die Sicherung und Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Die lokale Wirtschaft wird als Anker stabiler Positiventwicklung im Leipziger Osten mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt und gefördert, so dass Beschäftigung am Standort gesichert und ausgebaut werden kann. Daneben hat das Projekt „OstWerkStadt“ die Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier zum Ziel.

Der unternehmensbezogene Ansatz knüpft an das Projekt IQ_Quadrat an. Grundlage sind Serviceangebote für lokale Arbeitsmarktakteure (KMU, Beschäftigte, Arbeitsuchende) mit Infos, Kontakten, Beratung, Bildung, Unterstützung und Begleitung betrieblicher Projekte. Für die Betriebsinhaber mit Migrationshintergrund werden diese bei Bedarf auch mehrsprachig angeboten. Erfolgsmaßstäbe sind die Stabilisierung lokaler KMU sowie Beschäftigungssicherung und -wachstum. Dies soll unmittelbar zur Standortentwicklung und sozialen Integration beitragen.

Das Projekt „OstWerkStadt“ wird in 5 „WerkStä(d)tten“ realisiert. Die Projektbausteine „UnternehmesWerkStadt“ und „WerkStadt Standort“ fokussieren auf die Erschließung von Potenzialen der lokalen Wirtschaft in den einzelnen Betrieben sowie der Kooperation untereinander und für die Stadtteilentwicklung. Entwicklungshemmnisse ethnischer KMU werden mit spezifischen Lösungen abgebaut. „KompetenzWerkStadt“ unterstützt die benachteiligten Zielgruppen beim Abbau individueller Defizite. Der Baustein initiiert und begleitet Schritte zur Integration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt. „WerkStadt Arbeit“ soll Arbeitsplätze schaffen und ist orientiert auf stadträumliches Matching. „KonzeptWerkStadt“ verknüpft die Aktivitäten im Soziale-Stadt-Gebiet, unterfüttert sie investiv und bereitet die Ergebnisse konzeptionell auf.

Aktivitäten

  • WerkStadt Standort – Kooperation, Beratung und Qualifizierung für Unternehmerinnen und Unternehmer: Betreuung/Moderation, Gewerbevereine/ Stammtische, Unterstützung von Initialprojekten zur Standortbelebung, Migrantenselbstorganisation für ethnische Unternehmerinnen und Unternehmer, Ansiedlungsberatung, ethnisches Geschäftsstraßenmanagement
  • UnternehmensWerkStadt –Beratung für lokale Unternehmen: Unterstützung bei Stabilisierungskonzepten / Standortsicherung, Beratung zur Unternehmensentwicklung, Potenzialerschließung von Unternehmen im Ethnic Business District, Entwicklung/ Erprobung betriebsorientierter Bildungsangebote, unternehmensbezogene Bildungs- und Coachingangebote
  • WerkStadt Arbeit – Beratung und Förderung der Beschäftigungsentwicklung: analytisch untersetzte betriebliche Akquise von Arbeitsplätzen, Beratung zur Schaffung von Arbeitsplätzen in KMU, Entwicklung und Umsetzung einer Förderrichtlinie Arbeitsplatzförderung, Kampagnen für Ausbildung/ Beschäftigungsfähigkeit/ Arbeitsplätze, Koordination personenbezogener ESF-Projekte im Stadtteil, Einbindung in regionale Beschäftigungsstrategie
  • KompetenzWerkStadt – Beratung und Qualifizierungsangebote für benachteiligte Quartiersbewohnerinnen und -bewohner: Beratung bei der Arbeitssuche/ Kompetenzentwicklung/ Bewerbung/ Bildung, Kontaktveranstaltungen zur Ansprache und Sensibilisierung der Zielgruppen, allgemeine Lebensberatung für Migranten, Förderung und Betreuung von Migrantenselbstorganisationen
  • KonzeptWerkStadt – Integration in die Stadterneuerung: Rückspiegelung in das Gesamtkonzept der Stadterneuerung, Clearingrunde mit Kammern/Ämtern, Einbindung Ostwerk / lokale Ökonomie in das integrierte Entwicklungskonzept, Verbindung mit investiven Maßnahmen, Bürgerbeteiligung Forum LeO, QM und Bürgervereine , Öffentlichkeitsarbeit und Mainstreaming

Veröffentlichung

Henn, Sebastian; Behling, Michael (Hrsg.): Aspekte integrierter Stadtteilentwicklung. Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Leipziger Osten. Berlin 2010.

Auch in Leipzig – der „boomendenStadt“ in den neuen Ländern – fällt es einzelnen Quartieren schwer, den Anschluss an die rasante Entwicklung der Gesamtstadt zu halten. Im Leipziger Osten gehen deshalb Kommunalpolitik und Verwaltung soziale Probleme, schwache Wirtschaftsstruktur, Leerstand und bauliche Herausforderungen gezielt an.

Der Sammelband zeigt mit Beiträgen aus Umsetzungspraxis und Wissenschaft spezifische Problemlagen sowie erfolgreiche Strategien und Lösungen, begründet aber auch künftige Herausforderungen. Diese Publikation wurde im Rahmen des Projekts „OstWerkStadt“ gefördert.

Projektinformationen

Zielgebiet: Konvergenz
Bundesland: Sachsen
Stadt: Leipzig
Programmgebiet: Leipziger Osten
Projektlaufzeit: 01/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012

Kontakt

Petra Hochtritt
Stadt Leipzig, Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung
Prager Straße 26
04103 Leipzig
Telefon: 0341 1235454
Fax: 0341 1235444
petra.hochtritt@­leipzig.de
Stadt Leipzig
Dr. Michael Behling
Infocenter Eisenbahnstraße
Eisenbahnstraße 49
04315 Leipzig
Telefon: 0341 6810080
Fax: 0341 68100819
info@­ostwerkstadt.de
Ostwerkstadt

Zusatzinformationen

Projektinformationen

Zielgebiet
Konvergenz

Bundesland
Sachsen

Stadt/Gemeinde
Leipzig

Programmgebiet
Leipziger Osten

Projektlaufzeit
01/2009 bis 10/2012

Förderrunde
2008-2012

Kontakt

Petra Hochtritt
Stadt Leipzig, Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung
Prager Straße 26
04103 Leipzig
Telefon: 0341 1235454
Fax: 0341 1235444
petra.hochtritt@­leipzig.de
Stadt Leipzig
Dr. Michael Behling
Infocenter Eisenbahnstraße
Eisenbahnstraße 49
04315 Leipzig
Telefon: 0341 6810080
Fax: 0341 68100819
info@­ostwerkstadt.de
Ostwerkstadt

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