stabilE Burbach
| Kooperationspartner |
ARGE Burbach
Stadtteilmanagement Gewerbeverein/ BID Burbach (Business Improvement District) Gemeinwesenarbeit Burbach |
|---|---|
| Handlungsfelder | Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit |
| Zielgruppen | Personen des Rechtskreises SGB II |
Handlungsbedarf und Ziele
Bis zum Beginn der Stahlkrise Mitte der 1970er Jahre war Burbach ein vom industriellen Arbeitsleben geprägter Stadtteil mit über 12.000 Arbeitsplätzen. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Hütte stillgelegt, wenig später ein Drahtwerk und Mitte der 1990er Jahre das Ausbesserungswerk der Bundesbahn geschlossen. Burbach verlor innerhalb weniger Jahre 50% seiner Arbeitsplätze. Aus einem lebhaften Stadtteil wurde ein Quartier, in dem sich die Arbeitslosigkeit mit einer Quote von nahezu 20% verfestigt hat. Das kulturelle Leben und das Geschäftsleben zogen sich immer mehr zurück, der Stadtteil verlor zunehmend seine Attraktivität. Mit Hilfe öffentlicher Unterstützung wurden die drei großen Altindustrieflächen zu modernen Dienstleistungsstandorten umgebaut. Trotz dieser positiven Entwicklung ist festzustellen, dass die neuangesiedelten Firmen aufgrund ihres höheren Qualifizierungsbedarfs nicht mit der Infrastruktur und dem Arbeitskräfteangebot im Quartier kompatibel sind.Besonders prekär ist die Lage der Langzeitarbeitslosen: Sie sehen keine berufliche und gesellschaftliche Perspektive mehr, haben z. T. lange „Maßnahmekarrieren“ hinter sich und werden von traditionellen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen nicht mehr erreicht. Selbst niedrigschwellig angelegte Arbeitsgelegenheiten werden als Überforderung erlebt, gar nicht angetreten oder rasch wieder abgebrochen.
StabilE-Burbach richtet sich gerade an diese schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen, die mit traditionellen Mitteln der Arbeitsmarktpolitik nicht mehr erreicht werden. Durch individuell ausgerichtete Beratung, Qualifizierung und niedrigschwellige Beschäftigungsangebote in der Grünpflege, die zugleich die Attraktivität des Quartiers verbessern, soll die Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt und damit die Integration in Arbeit und Gesellschaft ermöglicht werden.
Das Projekt leistet einen Beitrag zur Bewältigung der Arbeitslosigkeit, indem es besonders schwervermittelbare Langzeitarbeitslose unterstützt, an weiterführenden Maßnahmen teilzunehmen und auch direkt in den Arbeitsmarkt vermittelt. Ein wichtiger Faktor ist die lange Projektlaufzeit, die es ermöglicht, neue berufliche Perspektiven zu entwickeln und damit auch neue Motivation und Hoffnung für die Zukunft zu schaffen. Dies reduziert das Risiko der Fortsetzung von „Maßnahmekarrieren“, das bei erheblich kürzer angelegten Laufzeiten ein Kernproblem darstellt. Verbunden mit Aktivitäten zur Wiedererlangung sekundärer Arbeitstugenden sowie zur Stärkung des Selbstwertgefühles und sozialer Fähigkeiten werden weitere Voraussetzungen zur Integration geschaffen. Neben diesem arbeitsmarktpolitischen Kontext trägt das Projekt dazu bei, Umfeld und Image des Quartiers aufzuwerten. Durch die Beschäftigungsmaßnahmen in der Grünpflege werden zusätzliche Pflege und Reinigungsarbeiten durchgeführt, die das Erscheinungsbild – insbesondere der Geschäftsstraße – verbessern. Da eine optisch ansprechende Umgebung das Konsumverhalten positiv beeinflusst, trägt diese Maßnahme auch zur Stärkung der lokalen Betriebe bei – ebenso wie die geplante Beratung der örtlichen Wirtschaft über Personalkostenzuschüsse und der Beteiligung an der Entwicklung neuer Beschäftigungsfelder.
Aktivitäten
Das Projekt setzt niederschwellig an, Teilnehmende durchlaufen je nach Entwicklung 2 oder 3 Phasen:
- Phase 1: zielgruppenorientierte Kursangebote zur Motivation, begleitende Beratung zur Unterstützung der Teilnehmenden bei individuellen Problemen und integrationshemmenden Handicaps
- Phase 2: Umsetzung der Beschäftigungsangebote in kleinen Einheiten und einfachen Tätigkeiten in trägereigener Werkstatt und im Außengelände, Verknüpfung mit bedarfsorientierten Qualifizierungsinhalten
- Phase 3: Verschönerungs- und Grünpflegearbeiten im Quartier in Kooperation mit Gewerbeverein und BID, Verknüpfung mit fachpraktischer und -übergreifender Qualifizierung
- Vermittlung in Arbeit oder weiterführende externe Maßnahmen in allen Phasen
- Entwicklung von Ideen zum Einsatz von Maßnahmen nach §16e SGB II im Quartier
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Saarland
Stadt: Saarbrücken
Programmgebiet: Burbach
Projektlaufzeit: 01/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
gabb Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach mbH
Auf der Scheib 13
66115 Saarbrücken
Telefon: 0681 976390
Fax: 0681 9763920
c.jacob@gabb-saar.de
gabb Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach mbH




