Navigation und Service


Kompetenzzentrum München-Nord

Das Projekt „Kompetenzzentrum München-Nord“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Frauen mit Migrationshintergrund aus den beiden Münchner Soziale-Stadt-Gebieten Milbertshofen und Hasenbergl beim Berufseinstieg zu beraten, zu qualifizieren und in Arbeit zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt auf Frauen, die zwar eine Arbeitsaufnahme im Blick haben, aber aus den Regelangeboten herausfallen, weil ihre Partner arbeiten. Diese Frauen haben ein differenziertes Qualifikationsniveau. Bereits vorhandene Abschlüsse aus dem Heimatland werden aber häufig nicht anerkannt. Das Projekt richtet daher ein niedrigschwelliges Kompetenzzentrum für die Zielgruppe in Milbertshofen ein. Neben der Beratung werden in der Kompetenzbilanz auch informelle Ressourcen erfasst, die im Migrationskontext besonders wichtig sind, und mit aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarkts abgeglichen. Darauf folgen Qualifizierungsbausteine aus verschiedenen dienstleistungsorientierten Berufsfeldern (z.B. Handel, Erziehung oder Gaststättengewerbe), die mit berufsbezogenen Sprachkursen verknüpft werden. Kontinuierliche interkulturelle Arbeit und Sensibilisierungsmaßnahmen bei den Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern, den Betrieben und relevanten Institutionen für die Belange der Migrantinnen ergänzen die Integrationsarbeit. Im Anschluss an die Projektaktivitäten sollen die Teilnehmerinnen in eine Ausbildung, Arbeit oder Qualifizierung vermittelt werden.

Steckbrief
Kooperationspartner Stadt München: Koordinierungsstelle des Stadtplanungsreferats Soziale Stadt, Sozialreferat, Amt für Wohnen und Migration, Sozialbürgerhaus München Nord
Agentur für Arbeit München
Junge Arbeit – Diakonie Hasenbergl und Initiativgruppe, Projekt FIM
AG Buhlstraße – Jugendprojekt
REGSAM – Regionale Soziale Arbeit München
Milbertshofen in Aktion (Gewerbeverein im Stadtteil)
GWG – Gemeinnützige Wohnstätten- und Siedlungsgesellschaft mbH
Bezirksausschuss
Handlungsfelder Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit
Zielgruppen Frauen
Migrantinnen und Migranten
Personen des Rechtskreises SGB II

Handlungsbedarf und Ziele

Das Programmgebiet der Sozialen Stadt Milbertshofen gehört zu den ärmsten Quartieren in München. Etwa 40% der Kinder und jungen Menschen unter 25 Jahren lebten 2007 in Bedarfsgemeinschaften (SGBII). Nicht nur bei Beziehern von Hilfen zum Lebensunterhalt, sondern auch bei der Arbeitslosenquote liegt der Stadtbezirk Milbertshofen weit über dem städtischen Durchschnitt. Darüber hinaus hat das Quartier mit 35% den zweithöchsten Migrantenanteil in München.

Ähnliche Problemlagen zeigen sich im Quartier Hasenbergl. Dort lebten 2007 etwa 44% der Kinder und jungen Menschen unter 25 Jahren in Bedarfsgemeinschaften. Neben einer hohen Arbeitslosenquote ist auch hier der Migrantenanteil überdurchschnittlich hoch (2006: 29%). Die derzeitige Lage auf dem Arbeitsmarkt schließt in beiden Programmgebieten v.a. Migrantinnen mit Kindern und einem niedrigen formalen Bildungsstand von der Aufnahme einer Beschäftigung oder Qualifizierung aus. Zudem werden Frauen mit hohem Bildungsstand, aber nicht anerkannten Abschlüssen nicht ihren Ressourcen entsprechend berücksichtigt. Die Zielgruppe wird von den Regelangeboten nicht erfasst oder nimmt sie nicht in Anspruch. Aus der Erfahrung der Arbeit in den Quartieren zeigt sich, dass das Wissen vieler Migrantinnen über das Schulsystem, über Berufe sowie über Ausbildungs-, Fortbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für sich selbst, aber auch für ihre Kinder defizitär ist. Durch eine häufig längere familiär bedingte Auszeit sowohl für hoch- als auch für geringqualifizierte Migrantinnen bleibt der Zugang zu Informationsquellen und zum Arbeitsmarkt verschlossen.

Anknüpfend an diese Problemlagen hat es sich das Projekt „Kompetenzzentrum München-Nord“ zum Ziel gesetzt, Frauen mit Migrationshintergrund aus den beiden Quartieren durch interkulturell ausgerichtete Arbeit im Umgang mit Behörden und Einrichtungen zu unterstützen und sie für die Eingliederung in ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis zu beraten und zu qualifizieren. Dabei stehen v.a. auch die Frauen im Zentrum, die keine Leistungen beziehen und daher keinen Zugang zu regulären Qualifizierungsangeboten haben. Die Frauen im Projekt werden durch niedrigschwellige Beratungs- und Qualifizierungsangebote bei ihrer Berufswahlentscheidung unterstützt. Durch den Aufbau beruflicher Handlungskompetenzen sollen die Chancen auf die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses verbessert werden. Parallel zu den Aktivitäten zur Arbeitsmarktintegration werden die Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner, Betriebe sowie relevante Gremien für die Belange der Migrantinnen sensibilisiert und Vorurteile abgebaut.

Am Ende der Maßnahme steht das Ziel, dass die Migrantinnen ihre berufsbezogene Sprachkompetenz, ihre Kommunikationsfähigkeiten und ihre Qualifikationen verbessert haben. Im Anschluss an das Projekt nehmen sie eine Ausbildung, eine Qualifizierung oder eine Arbeit an. Darüber hinaus können sie ihre Kinder in der Schule, bei der Integration im sozialen Umfeld und beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen.

Aktivitäten

  • Sozialraumansatz: Angebot von „Räumen“ durch das Kompetenzzentrum, die Voraussetzung für Empowerment der Migrantinnen herstellen und geschlechtsspezifische und interkulturelle Aktivitäten zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung ermöglichen
  • Kompetenzbilanz: Kompetenzbilanzierung für Migrantinnen in Anlehnung an Profiling des DJI, wobei neben Erfassung formeller Ressourcen besonders Erfassung informeller Ressourcen wichtig ist (im Migrationskontext), Abgleich mit aktuellen Anforderungen auf Arbeitsmarkt
  • Angebot von Qualifizierungsbausteinen auf Grundlage bisheriger Bedarfe aus Berufsfeldern Handel/Lager, Soziales/Erziehung, Hotel/Gaststätten, Entwicklung und Umsetzung nach (Ausbildungs-)Rahmenplänen zur gezielten Vorbereitung auf Arbeitsaufnahme
  • Berufsbezogenes Deutsch: Berufsfeldübergreifende und berufsfeldspezifische Sprachkurselemente zur Förderung der fachlich-inhaltlichen Kommunikation
  • Qualifikationshandbuch: gemeinsame Anlage eines Qualifikationshandbuchs mit den Teilnehmerinnen inkl. aller Zeugnisse, Zertifikate, Bescheinigung und Zielvereinbarungen sowie Lebenslauf, Sprachenpass und ggf. Zeugniserläuterungen aus dem Europass

Projektinformationen

Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Bayern
Stadt: München
Programmgebiet: Hasenbergl, Milbertshofen
Projektlaufzeit: 07/2009 bis 06/2012
Förderrunde: 2008-2012

Kontakt

Melanie Mahabat Bahar
Euro-Trainings-Centre e.V.
Dientzenhoferstraße 66-68
80937 München
Telefon: 089 3090547821
Fax: 089 3090547814
m.mahabat@­etcev.de
Euro-Trainings-Centre e.V.

Zusatzinformationen

Projektinformationen

Zielgebiet
Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung

Bundesland
Bayern

Stadt/Gemeinde
München

Programmgebiet
Hasenbergl, Milbertshofen

Projektlaufzeit
07/2009 bis 06/2012

Förderrunde
2008-2012

Kontakt

Melanie Mahabat Bahar
Euro-Trainings-Centre e.V.
Dientzenhoferstraße 66-68
80937 München
Telefon: 089 3090547821
Fax: 089 3090547814
m.mahabat@­etcev.de
Euro-Trainings-Centre e.V.

Diese Seite:

© GSB 3.1 - 2007