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Café DIALOG – Interkulturelle Kompetenzbühne

Im Rahmen des Projekts wird in der Northeimer Südstadt unter aktiver Bürgerbeteiligung ein Treffpunkt für die Quartiersbewohnerinnen und -bewohner aufgebaut, das arbeitsmarktpolitische und soziale Angebote bündelt und den sozialen Austausch der einzelnen Bewohnergruppen fördert. Das sogenannte „Café DIALOG“ ist zugleich Begegnungsstätte und „Kompetenzbühne für alle“, d.h. es bietet neben seiner Funktion als Kommunikationsort Möglichkeiten der Präsentation und Erprobung eigener Fähigkeiten. Auch soll es von den Bewohnern über das Projektende hinaus selbst betrieben werden. Im Café treffen sich Bewohner verschiedener Generationen und Kulturen, erfahren fachliche Unterstützung und können gemeinsam lernen. Innerhalb des Projekts greifen verschiedene Angebote der Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung sowie Begegnung und Beteiligung für unterschiedliche Zielgruppen ineinander:

  • berufsvorbereitende Maßnahmen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz als Kerngruppe für Aufbau und Betrieb des Cafés sowie offene Beratungs- und Gruppenangebote für die Jugendlichen
  • offene Beratungs-, Orientierungs- und Qualifizierungsangebote für Frauen sowie Qualifizierung und Praxisangebote im Café-Bereich für die Zielgruppe
  • Fortbildung und Einsatz von Multiplikatoren und Mentoren
Steckbrief
Kooperationspartner Stadt und Landkreis: Wirtschaftsförderung, Frauenbeauftragte
Quartiersmanagement
Sozialagentur Stadt Northeim
Allgemein- und Berufsbildende Schulen
Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Wirtschaft
Handlungsfelder Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit
Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf
Zielgruppen Familien
Frauen
Jugendliche und junge Erwachsene
Migrantinnen und Migranten
Schülerinnen und Schüler
Personen des Rechtskreises SGB II

Handlungsbedarf und Ziele

Das Programmgebiet Südstadt in Northeim ist ein vergleichsweise kleiner Stadtteil mit multinationaler Bevölkerung, hoher Arbeitslosigkeit (2005: rd. 20%), geringem Integrationsstatus und lediglich zielgruppenspezifischer, nicht aber allgemein zugänglicher öffentlicher Infrastruktur, so dass die gesellschaftliche Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner nur unzulänglich gegeben ist. Darüber hinaus erzeugt eine unklare Perspektive des Quartiers Unsicherheit bei den Bewohnern. Die Schulen vor Ort benennen hohe Zahlen „schulmüder“ Jugendlicher – viele unter ihnen mit Migrationsbiografie. Ursache sind u.a. mangelhafte Deutschkenntnisse der Jugendlichen. Sprachdefizite sind auch der Hauptgrund für die schwierige Vermittelbarkeit erwachsener Migrantinnen und Migranten, unter denen viele langzeitarbeitslos sind. Unverständnis hiesiger Kommunikations- und Arbeitskulturen schließt sich daran an und ist wiederum Ursache weiterer Desintegration. Eine lokale ethnische Ökonomie, die ggf. Arbeits- und Ausbildungsplätze stellen könnte, ist im Quartier nicht vorhanden. Die Zusammensetzung des Quartiers unter prekären wirtschaftlichen Bedingungen schafft zudem konfliktbelastete Nachbarschaftsverhältnisse. Konflikte werden über lange Zeiträume innerhalb der unterschiedlichen Gruppen konserviert, ethnisiert und bisweilen gewaltsam ausgetragen. Auch stehen noch keine öffentlichen kommunikativen Treffpunkte zur Verfügung, die mittels eines „sozialen Raums“ moderierend wirken könnten.

Im Rahmen des Projekts wird daher unter aktiver Bürgerbeteiligung ein Café für die Quartiersbewohnerinnen und -bewohner aufgebaut und verstetigt, das arbeitsmarktpolitische und soziale Angebote bündelt und den sozialen Austausch der einzelnen Bewohnergruppen fördert. Das sogenannte „Café DIALOG“ ist zugleich Begegnungsstätte und „Kompetenzbühne für alle“, d.h. es bietet neben seiner Funktion als Kommunikationsort Möglichkeiten der Präsentation und Erprobung eigener Fähigkeiten. Auch soll es von den Bewohnern über das Projektende hinaus selbst betrieben werden. Im Café treffen sich Bewohner verschiedener Generationen und Kulturen, erfahren fachliche Unterstützung und können gemeinsam lernen. Innerhalb des Projekts greifen verschiedene Angebote der Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung sowie Begegnung und Beteiligung für unterschiedliche Zielgruppen ineinander.

Hauptpraxisfelder des Projekts sind Renovierungsarbeiten, Innenausstattung, dekorative Raumgestaltung, Gastronomie, Hauswirtschaft und Service. Neben berufsvorbereitenden Maßnahmen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, die die Kerngruppe für den Aufbau und den Betrieb des Cafés bildet, werden offene Beratungs- und Gruppenangebote für Jugendliche angeboten. Daneben erhält die Zielgruppe der Frauen offene Beratungs-, Orientierungs- und Qualifizierungsangebote sowie Qualifizierungs- und Praxisangebote im Café-Bereich. Zur Unterstützung der Ansprache und Begleitung der Zielgruppen werden engagierte Personen zu Mentoren und Multiplikatoren weitergebildet und im Projekt eingesetzt. Hierdurch wird auch die Öffnung des Projekts über den Stadtteil hinaus unterstützt.

Aktivitäten

Das Projekt orientiert sich an den Aufbauphasen des Cafés. Die einzelnen Phasen bieten unterschiedliche Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Jugendlichen und Frauen an:

  • Phase 1: Vorbereitung, Organisation, Raumsuche, Kontaktaufbau zu den Kooperationspartnern
  • Phase 2: Bekanntmachung des Vorhabens; Gewinnung und Beteiligung der Bewohnerschaft; Zusammentragen von Ideen und vorhandener Ressourcen; Initiierung von Gesprächskreisen und (Re-)Aktivierung vorhandener Netzwerke/Ältestenrat
  • Phase 3: Akquise von Teilnehmenden und Mentoren; Netzwerkarbeit; Start der Beratungsangebote und zielgruppenspezifischer Kursangebote (mit berufsbezogenem Sprachtraining)
  • Phase 4: Aufbau/Gestaltung des Cafés und des Umfelds; Beratung und Schulungen für Frauen; Beratung und Berufsvorbereitungsmaßnahmen für Jugendliche; Schulung von Mentorinnen und Mentoren: interkulturelles Training, Moderation, Konfliktmanagement, Gesprächsführung und Einsatz in der Praxis
  • Phase 5: Beratung, Schulungen und Praxiseinsatz im Café für Frauen; Beratung und Berufsvorbereitungsmaßnahmen für Jugendliche in den Bereichen Veranstaltungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Gastronomie, Service, Küche; Betrieb des Cafés als Treffpunkt/Veranstaltungsort; Schulung und Praxiseinsatz der Mentoren; Netzwerkarbeit und Bürgerbeteiligung; Durchführung von Veranstaltungen, offene Treffen, Diskussionsabende
  • Phase 6: Verstetigung und Evaluation; Qualifizierung und Praxisanleitung Jugendlicher und Erwachsener für dauerhaften Café-Betrieb, Netzwerkarbeit; abschließende Schulungen; Existenzgründungsberatung

Projektinformationen

Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Niedersachsen
Stadt: Northeim
Programmgebiet: Südstadt
Projektlaufzeit: 8/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012

Kontakt

Bernd Czigler
Werk-statt-Schule e.V.
Friedrich-Ebert-Wall 1
37154 Northeim
Telefon: 05551 978812
Fax: 05551 978822
b.czigler@­werk-statt-schule.de
Werk-statt-Schule e.V.

Zusatzinformationen

Projektinformationen

Zielgebiet
Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung

Bundesland
Niedersachsen

Stadt/Gemeinde
Northeim

Programmgebiet
Südstadt

Projektlaufzeit
8/2009 bis 10/2012

Förderrunde
2008-2012

Kontakt

Bernd Czigler
Werk-statt-Schule e.V.
Friedrich-Ebert-Wall 1
37154 Northeim
Telefon: 05551 978812
Fax: 05551 978822
b.czigler@­werk-statt-schule.de
Werk-statt-Schule e.V.

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