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KOBRA

Koordinierungsstelle für Beschäftigung und regionale Ausbildung

Das Projekt KOBRA entwickelt eine lokale Koordinierungsstelle zur Beschäftigung und regionalen Ausbildung von benachteiligten Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen in zwei Gebieten der Sozialen Stadt im Landkreis Nienburg/Weser: Nienburg-Lehmwandlung und Stadt Rehburg-Loccum, Ortsteil Bad Rehburg. Die Koordinierungsstelle bündelt die Ressourcen auf Quartiers- und Stadtebene, führt mobile Beratung durch, vernetzt die Akteure und setzt gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern sechs unterschiedliche Praxisbausteine um. Dazu zählen die Qualifizierung und Ausbildung Jugendlicher (Teilprojekt SPRATTUS), die Beratung in Berufswegeplanung, aufsuchende Jugendarbeit sowie Projekte im Übergang Schule zum Beruf und die Etablierung eines Bildungsreferenten in Bad Rehburg. Darüber hinaus installiert KOBRA einen neuen Ansatz aufsuchender Jugendberufshilfe und entwickelt das System der Jugendberufshilfe in den Quartieren auf Grundlage der engeren Vernetzung der Akteure weiter.

Steckbrief
Kooperationspartner Stadt Nienburg/Quartiersmanagement
Stadt Rehburg-Loccum/Quartiersmanagement
BauBeCon
Volkshochschule Nienburg
Ev. Heimvolks Hochschule (HVHS) Loccum
Jugendwerkstatt Nienburg
BASE e.V
Begegnungszentrum Sprotte
CJD Nienburg (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e.V.)
GBN Wohnungsunternehmen
GmbH Nienburg/Weser
Pro-Aktiv Center
ARGE Nienburg
Kreisjugendring
GHS Leintorschule (Grund- und Hauptschule)
HRS Loccum (Haupt- und Realschule)
Wilhelm-Busch-Schule Rehburg Loccum (Förderschule)
BBS Nienburg (Berufsbildende Schulen)
Fiedrich-Fröbel-Schule (Förderschule)
Handlungsfelder Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit
Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf
Zielgruppen Jugendliche und junge Erwachsene
Personen des Rechtskreises SGB II
Schülerinnen und Schüler
Migrantinnen und Migranten

Handlungsbedarf und Ziele

Der Landkreis Nienburg/Weser ist als ländliche Region von den Folgen des Strukturwandels besonders stark betroffen. Der Abzug der alliierten Streitkräfte in den 1990er Jahren hat deutliche Spuren in der sozialen Infrastruktur hinterlassen: Besonders im Soziale-Stadt-Quartier Lehmwandlungssiedlung gibt es neben Ansätzen ethnischer Ökonomie keine Einkaufsgelegenheiten mehr, im Quartier Bad Rehburg fehlt es an geeigneten Integrationsrahmen für eine stärkere Einbindung der marginalisierten Bevölkerung in das kulturelle Leben. Die Bevölkerungsstruktur in der Region hat sich durch Zuwanderung erheblich verändert. Die Arbeitslosenquote in beiden Programmgebieten, speziell die Jugendarbeitslosigkeit, ist im überregionalen Vergleich besonders hoch. Es fehlt vor allem an wohnortnahen Arbeitsgelegenheiten und Qualifizierungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Am Arbeitsmarkt benachteiligte Jugendliche trifft dies besonders hart: Einerseits bringen sie die geforderten Leistungs- und Wissensstandards häufig nicht mit. Andererseits ist das örtliche System der Jugendsozialarbeit nur eingeschränkt in der Lage, passgenaue Hilfen für die Lebens- und Berufswegeplanung benachteiligter junger Menschen vorzuhalten. Der hohe Anteil Langzeitarbeitsloser in den Fördergebieten verstärkt diesen Negativtrend, da bildungsferne Jugendliche in Langzeitarbeitslosen oft frustrierende Beispiele sehen.

Das Projekt KOBRA greift diese Probleme auf. Es hat zum Ziel, Jugendliche in Arbeit und Ausbildung sowie Langzeitarbeitslose in Arbeit zu integrieren. Dazu entwickelt es eine lokale Koordinierungsstelle zur Beschäftigung und regionalen Ausbildung (kurz: KOBRA) der benachteiligten Zielgruppen. KOBRA bündelt die Ressourcen der Jugendberufshilfe auf Quartiers- und Stadtebene. Während das Teilprojekt SPRATTUS Jugendliche und Langzeitarbeitslose in einem Übungsrestaurant in der Gastronomie qualifiziert, wird die Zielgruppe der Jugendlichen in anderen Bausteinen in der Berufswegeplanung unterstützt (CJD Nienburg), durch spezifische Angebote in ihrer Persönlichkeit gestärkt (Jugendwerkstatt Nienburg), in Schulprojekten beim Übergang in die Berufswelt unterstützt (VHS Nienburg) sowie in aufsuchender Jugendberufsarbeit informiert und beraten (Pro-Aktiv-Center). Die Etablierung eines Bildungsreferenten in Bad Rehburg rundet das Angebot ab (Stadt Rehburg-Loccum / HVHS Loccum).

Aktivitäten

  • Koordinierungsstelle KOBRA: mobile Beratungsteams mit Angeboten zur Orientierung; Beratung und zum Assessment der Zielgruppe; Erprobung neuer Kompetenzfeststellungsverfahren; Kontaktpflege zu den Akteuren der Teilprojekte sowie in den Gebieten, der Stadt und im Landkreis und deren Vernetzung; Organisation von Arbeitsmarktkonferenzen, Open Space-Veranstaltungen, Fachtagungen, Seminaren, Messen und regionalen „Job-Gipfeln“; Koordination und Steuerung der Projektaktivitäten und der sechs Praxisbausteine
  • Begegnungsstätte Sprotte e.V. (Baustein I): Qualifizierung und Ausbildung Jugendlicher aus der Lehmwandlung; Vorbereitung des Bewohnerrestaurants SPRATTUS im Begegnungszentrum SPROTTE; Ausweitung der Beschäftigung auf Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose; Weiterentwicklung von SPRATTUS zu einem sozialen Betrieb mit Angeboten für die Integration Jugendlicher und Langzeitarbeitsloser in Ausbildung und Arbeit und günstigen Mittagsangeboten für die Quartiersbewohner
  • CJD Nienburg (Träger Jugendmigrationsdienst) (Baustein II): Beratung Jugendlicher aus den Quartieren bei der Berufswegeplanung; Umsetzung soziokultureller Projekte, über die die Jugendlichen ihre eigenen Stärken, Schwächen und Talente identifizieren können und so in ihrer Berufsfindung gestärkt werden
  • Volkshochschule Nienburg (Baustein III): Durchführung von Projekttagen wie „Teamtrainings durch Erlebnispädagogik“ mit drei Schulen aus dem Quartier und dem Nahumfeld zur Stärkung der Schlüsselkompetenz „Teamfähigkeit“ und Vorbereitung der Schüler auf die Berufswelt
  • Jugendwerkstatt Nienburg (Baustein IV): Aufarbeitung elementarer Bildungsdefizite der Jugendlichen (Kernzielgruppe: Schulverweigerer); gemeinsame Gruppenangebote (Sport, Freizeit, Kultur) zur Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung; Angebot von Praktika
  • Aufsuchende Jugendberufshilfe (Baustein V): Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von KOBRA umd dem Pro-Aktiv Center bieten gemeinsam ein mobiles Beratungsangebot im Kontext von aufsuchender Jugendberufsarbeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15 bis 27 Jahre) an; Beratungs- und Infoangebote in den Schulen; bei Bedarf Umsetzung individueller und gruppenbezogener berufsvorbereitender Angebote (u.a. Bewerbungstrainings oder Praktikumscoaching)
  • Stadt Rehburg-Loccum / HVHS Loccum (Baustein VI): Etablierung eines Bildungsreferenten zur Koordination der Angebote der Jugendberufshilfe und Jugendkulturarbeit im Quartier und der Gesamtstadt, Benennung oder Identifizierung fehlender Angebote, Entwicklung und Umsetzung neuer Angebote der Jugendberufshilfe
  • Durchführung einer projektbegleitenden Evaluation mit Schwerpunkt auf qualitativen Ansätzen der Sozialforschung zur Sicherung der Ergebnisse und der Nachhaltigkeit

Projektinformationen

Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Niedersachsen
Stadt: Nienburg, Rehburg-Loccum
Programmgebiet: Lehmwandlungssiedlung, Ortsteil Bad Rehburg
Projektlaufzeit: 4/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012

Kontakt

Klaus Borck
Landkreis Nienburg/Weser
Amtsbogen 1
31582 Nienburg
Telefon: 05021 967319
Fax: 05021 967439
borck.klaus@­kreis-ni.de; kjp@kreis-ni.de
Landkreis Nienburg/Weser

Zusatzinformationen

Projektinformationen

Zielgebiet
Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung

Bundesland
Niedersachsen

Stadt/Gemeinde
Nienburg, Rehburg-Loccum

Programmgebiet
Lehmwandlungssiedlung, Ortsteil Bad Rehburg

Projektlaufzeit
4/2009 bis 10/2012

Förderrunde
2008-2012

Kontakt

Klaus Borck
Landkreis Nienburg/Weser
Amtsbogen 1
31582 Nienburg
Telefon: 05021 967319
Fax: 05021 967439
borck.klaus@­kreis-ni.de; kjp@kreis-ni.de
Landkreis Nienburg/Weser

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