Arbeits- und Wirtschaftszentrum Ethnische Ökonomie Nordstadt (AWZ)
| Kooperationspartner |
ARGE Dortmund
Stadt Dortmund Verein der Kulturfreunde Dortmund e.V. DOGIAD Internationale Unternehmer e.V. EWZ GmbH Industrie- und Handelskammer Handwerkskammer Integrationszentrum Partner e.V. Ausländerbeirat Dortmund Türkisches Bildungszentrum |
|---|---|
| Handlungsfelder |
Stärkung der lokalen Ökonomie
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit |
| Zielgruppen |
Betriebe der lokalen Ökonomie
Personen des Rechtskreises SGB II Jugendliche und junge Erwachsene Migrantinnen und Migranten |
Handlungsbedarf und Ziele
Im Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-Nord, dessen wesentliche Teile das Soziale-Stadt-Gebiet Nordstadt umfasst, leben etwa 52.100 Einwohnerinnen und Einwohner (2009). Mit rund 63% weist die Nordstadt den höchsten Anteil an Menschen mit Migrationsbiografie in Dortmund auf. Dieser Wert lag 2005 noch bei etwa 58%. Die zunehmende Internationalisierung verstärkt die Integrationsanforderungen in den Handlungsfeldern Arbeitsmarkt, Bildung und soziales Leben, zumal der Stadtbezirk eine jüngere Bevölkerung als der Dortmunder Durchschnitt aufweist.Im Quartier liegt die ALG II-Quote (2009) bei 26% (2005: rd. 34%) gegenüber 13% in der Gesamtstadt (2005: rd. 18%). Im Vergleich zu 2005 ist die Arbeitslosenquote in der Dortmunder Nordstadt um knapp 25% zurückgegangen, was in etwa dem Rückgang der Arbeitslosenquote in der Gesamtstadt entspricht. Der Rückgang ist nicht nur auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen, sondern auch auf die vielfältigen Anstrengungen im Rahmen öffentlicher Förderprogramme wie Soziale Stadt, URBAN II und andere Programme. Allerdings bleibt die soziale Kluft zwischen der Nordstadt und dem Dortmunder Durchschnitt unverändert. Jeder dritte Einwohner in der Nordstadt bezieht SGB-II-Leistungen, im Stadtgebiet ist es jeder siebte Einwohner. Dabei bildet die Langzeitarbeitslosigkeit das Kernproblem des Arbeitsmarktes. Vor allem (junge) Migrantinnen und Migranten sind davon betroffen.
Die lokale Ökonomie im Stadtteil besteht aus rund 3.500 Unternehmen. Davon werden etwa ein Drittel von Migranten geführt. Jeder zweite Existenzgründer weist einen Migrationshintergrund auf. Die Regelangebote der Wirtschaftsförderung und der Kammern werden von der Zielgruppe aber nicht hinreichend wahrgenommen. Um den demografischen und arbeitsmarktpolitischen Perspektiven Rechnung zu tragen, sollte daher das Entwicklungs- und Beschäftigungspotenzial der ethnischen Ökonomie in der Nordstadt durch zielgruppenspezifische Angebote weiter stabilisiert und ausgebaut werden.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt AWZ das konkrete Ziel, die ethnische Ökonomie in der Dortmunder Nordstadt zu stärken. Förderangebote des Arbeitsmarktes werden mit Beschäftigungsmöglichkeiten der ethnischen Ökonomie verknüpft, um einen Beitrag zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit unter den Migrantinnen und Migranten zu leisten. Unternehmer mit Migrationshintergrund werden bedarfsgerecht qualifiziert oder in der Krisenabwehr beraten. Die Gruppe der arbeitslosen ethnischen Existenzgründerinnen und -gründer wird in Gründerwerkstätten zur Unternehmensgründung qualifiziert.
Als Anlaufstelle für die ethnische Ökonomie bietet das Projekt eine aufsuchende Kommunikation und Beratung an. Die ethnischen Unternehmerinnen und Unternehmer im Programmgebiet werden nach ihrem Beschäftigungspotenzial in drei Gruppen klassifiziert:
- Betriebe mit hohem Beschäftigungspotenzial werden direkt angesprochen, um dorthin Langzeitarbeitslose zu vermitteln und Ausbildungsstellen zu schaffen. Durch Netzwerks- und Öffentlichkeitsarbeit sollen zudem zusätzlich 10 neue Arbeits- und Ausbildungsstellen für Arbeitslose aus der Nordstadt in ethnischen Betrieben außerhalb der Nordstadt generiert werden.
- Betriebe mit mittlerem Beschäftigungspotenzial erhalten zur Stabilisierung bedarfsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen.
- Krisenanfällige Betriebe mit geringeren Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten Betriebsberatung zur Krisenabwehr.
Im letzten Quartal 2009 wurden ethnische Unternehmer im SGB II-Bezug neu in das Projekt integriert. Die Zielgruppe der „Aufstocker“ bezieht Sozialleistungen, da sie durch ihre unternehmerischen Tätigkeiten ihren Lebensunterhalt finanziell nicht absichern kann. Die Teilnehmenden aus dieser Gruppe erhalten vom Projekt eine flankierende betriebswirtschaftliche und interkulturell sensibilisierte Individualberatung in enger Abstimmung mit der ARGE, um Stabilisierungspotenziale zu identifizieren und zu fördern. Ziel ist es, den Leistungsbezug durch wirtschaftliches Wachstum zu beenden. Unternehmen mit einer geringen Perspektive sollen ggf. vor der Insolvenz bewahrt bzw. bei einer geordneten Geschäftsaufgabe unterstützt werden. Die Gründer werden dann dazu zu motiviert, sich wieder auf die Arbeitsaufnahme über den Arbeitsmarkt zu konzentrieren.
Aktivitäten
- Existenzgründungsberatung: Einzelberatung für Existenzgründerinnen und -gründer mit „vagen“ Ideen
- Gründerwerkstatt: zweimal im Jahr Angebot einer Gründerwerkstatt für arbeitslose Gründerinnen und Gründer mit erfolgversprechenden Ideen, Qualifizierung und Bearbeitung ihrer betrieblichen Existenzgründung im Teamprozess mit Dozenten
- Existenzgründung/Begleitung: fachliche Begleitung erfolgreicher Existenzgründer aus Einzelberatung und Werkstatt in der 1. Gründungsphase
- Betriebsberatung: über Betriebsbesuche Ermittlung der Beratungs- und Qualifizierungsbedarfe, bei Einzelbedarf Grundberatung für Krisen-, Festigungs- und Erweiterungsprozesse, bei Gruppenbedarf Angebot von Qualifizierungsseminaren
- Integration von Arbeitslosen in Arbeit: Ermittlung des Beschäftigungspotenzials für geringqualifizierte Langzeitarbeitslose durch den Besuch ethnischer Betriebe, Organisation von Beschäftigungsmöglichkeiten über arbeitsmarktpolitische Förderprogramme (u.a. Jobperspektive)
- Betriebliche Ausbildung: Mitnutzung der Betriebsbesuche und Beratungen zur Generierung von Praktika und Ausbildungsplätzen, Aufklärung der Unternehmen über Vorteile der Ausbildung, Prüfung formeller Vorraussetzungen in Zusammenarbeit mit Kammern und Kooperationspartnern, Ermittlung von Bewerberinnen und Bewerbern u.a. über die ARGE Dortmund
- Flankierende Öffentlichkeits- und Netzwerksarbeit: Kommunikation der Projektkompetenzen in Zielgruppen und zu Netzwerkpartnern
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Stadt: Dortmund
Programmgebiet: Nordstadt
Projektlaufzeit: 01/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
Stiftung Zentrum für Türkeistudien (ZfT)
Altendorfer Str. 3
44127 Essen
Telefon: 0201 3198105
Fax: 0201 3198333
ulusoy@zft-online.de
Stiftung Zentrum für Türkeistudien (ZfT)
-AWZ Nordstadt-
Münsterstr. 13
44145 Dortmund
Telefon: 0231 9101652
Fax: 0231 9101653
ulusoy@awz-nordstadt.de
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