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Industriekultur als Ressource

Nutzung und Vernetzung wirtschaftlicher, kultureller und kreativer Potenziale

Die Nutzung der industrie- und kulturhistorischen Potenziale des Berliner Stadtteils Schöneweide für die Standortprofilierung und Imageförderung war ein Schwerpunkt des Quartiersmanagements im Handlungsfeld Lokale Ökonomie. Die entwicklungsfördernde Verknüpfung mit dem Kulturerbe und der stadtteilprägenden Industrielandschaft an der Spree ist bisher noch nicht erfolgt. Daher hat das Projekt zum Ziel, diese Verknüpfung herzustellen und die räumlich-inhaltlichen Verbindungen zwischen den lokalen Ressourcen und Akteuren zu intensivieren. Anknüpfend an die bisherigen Bemühungen des Quartiersmanagements unterstützt es den Prozess der sozialen und wirtschaftlichen Umstrukturierung im Quartier durch neue Maßnahmen zur Standortprofilierung und zum Marketing sowie zur Förderung lokaler Unternehmensnetzwerke und der Inwertsetzung des industriekulturellen Erbes. Dabei werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch Aktivitäten zur Arbeitsmarktintegration unterstützt. Im Zentrum dieses Bausteins stehen der Aufbau eines Unternehmensnetzwerkes für Verbundausbildung und die Vermittlung von Jugendlichen in Praktika und Ausbildung.

Steckbrief
Kooperationspartner Bezirksamt Treptow-Köpenick: Wirtschaftsförderung (Koordinierung Quartiersmanagement), Stadtplanungsamt/Sanierungsverwaltungsstelle
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Landesdenkmalamt Berlin
SCHAUHALLEN Berlin
Industrie- und Handelskammer Berlin
Unternehmerkreis Schöneweide e.V.
Industriesalon Schöneweide e.V.
Handlungsfelder Stärkung der lokalen Ökonomie
Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit
Zielgruppen Betriebe der lokalen Ökonomie
Jugendliche und junge Erwachsene

Handlungsbedarf und Ziele

Der wirtschaftliche Zusammenbruch des historisch bedeutsamen Industriestandorts Schöneweide nach 1990 hatte den Verlust von rund 25.000 Arbeitsplätzen, Abwanderung, Kaufkraftverlust, hohe Arbeitslosen- und Transferquoten und die Schwächung des örtlichen Gewerbes zur Folge. Aufgrund dessen wurde das Gebiet ab 1999 im Rahmen des Programms Soziale Stadt gefördert. Mit den Maßnahmen der Sozialen Stadt wurde die soziokulturelle Infrastruktur verbessert und im Handlungsfeld lokale Ökonomie umfangreiche Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen (350 ABM) durchgeführt sowie Unternehmensnetzwerke initiiert. Die inhaltliche wie ökonomische Neudefinition des Gebiets steht aber noch aus. Bisher konnten sich weder ein neues, eindeutiges Profil noch selbsttragende Strukturen herausbilden.

Gemäß dem integrierten Entwicklungskonzept „Planwerk Südostraum“ soll sich Schöneweide zum Standort für Wissenschaft und Kultur entwickeln. Wichtig für die Etablierung dieses Leitbilds, das der Dynamik des gesamten Entwicklungsraums in seiner Komplexität gerecht wird, ist die Umsetzung geeigneter Aktivitäten zur Stärkung der lokalen Ökonomie. Die Erarbeitung solcher Maßnahmen und Instrumente setzt dabei neben der Analyse und Bestandserhebung der vorhandenen Strukturen eine stabile und dauerhafte Steuerung und Gestaltung des Prozesses durch eine „Regionalagentur“ voraus, die eine adäquate Handlungsstrategie zur Nutzung der wirtschaftlichen, kulturellen und kreativen Potenziale von Schöneweide entwickelt und realisiert.

Um diesen Anspruch umzusetzen, hat das Projekt die Ausweitung der lokalen Ökonomie durch Aktivitäten zur Standortprofilierung zum Ziel. Neben neuen Maßnahmen sind dies auch Projekte, die durch die Soziale Stadt gefördert wurden und deren Nachhaltigkeit nun verstärkt und weiterentwickelt werden soll. Beispiele sind

  • das von der Hochschule für Wirtschaft und Technik HTW Berlin erarbeitete Leitsystem „Orientierung für Oberschöneweide“,
  • die Realisierung von Maßnahmen zum „urban / corporate design“ und
  • die Entwicklung von Strategien für ein überregionales Standortmarketing gemeinsam mit anderen lokalen Akteuren.

Die vorhandenen Qualitäten von Schöneweide als einem der ehemals größten europäischen Industriestandorte mit Industriedenkmälern ersten Ranges dienen dem Projekt dabei als Schwerpunkt für die Neuorientierung, der kulturell-ökonomisch genutzt wird. Im Sinne von „local branding“ wird der historische genius loci von Schöneweide als Ort von Innovation und Modernisierung aufgegriffen. Die Verknüpfung industriekultureller Potenziale mit neuen Nutzungen durch zukunftsweisende Branchen im Projekt soll letztlich wichtige Impulse für die Stadtteilentwicklung setzen.

Aktivitäten

  • Standort-/Marktanalyse: Bestandsanalyse der Gewerbewirtschaft, Überprüfung der Lagequalität und wirtschaftlicher Verflechtungen, Herausarbeitung von Branchenschwerpunkten, u.a. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Umweltwirtschaft, Nutzung der Synergiepotenziale im Südostraum: Wissenschaftsstadt Adlershof, Flughafen Berlin Brandenburg International, Erholungsgebiete
  • Standortgemeinschaft: Vernetzung lokaler Unternehmen und Akteure, Unterstützung des Unternehmenskreises Schöneweide e.V. und Aktivierung für Image- und Marketingkampagnen, Durchführung gemeinsamer Projekte mit den Betrieben, Kooperation mit weiteren operativen und strategischen Partnern (u.a. Bildungseinrichtungen), Branchenschwerpunktnetzwerke durch Seminare, Kongresse und Veranstaltungen, beratende, betreuende und unterstützende Angebote zur Stärkung selbsttragender Unternehmens- und Managementinitiativen, Initiierung/Aufbau eines Unternehmensnetzwerkes für Verbundausbildung, Aufbau einer Praktikumsbörse
  • Standortprofilierung/ -marketing: Aufarbeitung der Bedeutung sowie architektonischen und historischen Potenziale der Industriekultur, Identifizierung von Alleinstellungsmerkmalen, Erarbeitung von Strategien zur Nachnutzung des Industriekulturerbes, Einbindung in überregionale Netzwerke (ERIH: European Route of Industrial Heritage), Exkursionen, Veranstaltungen und industriehistorischen Ausstellungen sowie Colloquien zur Bedeutung von Schöneweide als „Elektropolis“ im Transformationsprozess, Ausbau/Profilierung/Vermarktung von Potenzialen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, Einführung von „Schöneweide“ als Marke sowie eines Orientierungs-/Leitsystems
  • Stärkung touristischer Potenziale: Führungen, Einbindung in „Tag des offenen Denkmals“ Berlin und „Lange Nacht der Wissenschaften“
  • Prozessbegleitung/ -evaluation: Abstimmung der Maßnahmen und Arbeitspläne, kontinuierliche Überprüfung der Ziele, Berichterstattung, Dokumentation, Mitwirkung im Koordinierungsgremium des Bezirks

Projektinformationen

Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Berlin
Stadt: Berlin
Programmgebiet: Oberschöneweide
Projektlaufzeit: 10/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012

Kontakt

Rosina Dieser
Entwicklungspartnerschaft Schöneweide c/o argus gmbh
Danckelmannstraße 21
14059 Berlin
Telefon: 030 33091997
Fax: 030 36407002
info@­argus-gmbh-online.de
Industriekultur Schöneweide

Zusatzinformationen

Projektinformationen

Zielgebiet
Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung

Bundesland
Berlin

Stadt/Gemeinde
Berlin

Programmgebiet
Oberschöneweide

Projektlaufzeit
10/2009 bis 10/2012

Förderrunde
2008-2012

Kontakt

Rosina Dieser
Entwicklungspartnerschaft Schöneweide c/o argus gmbh
Danckelmannstraße 21
14059 Berlin
Telefon: 030 33091997
Fax: 030 36407002
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Industriekultur Schöneweide

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