BAFF Second-Hand-Laden für Kinderkleider und Spielzeug
Das Projekt richtet sich in einer gendersensiblen Perspektive an benachteiligte Frauen. Es ist so konzipiert, dass es zu einer Verbesserung der Integrationschancen gering qualifizierter Bewohnerinnen – insbesondere von Aussiedlerinnen, Migrantinnen und Alleinerziehenden – der beiden Quartiere Kranichstein und Eberstadt-Süd in den ersten Arbeitsmarkt beiträgt. Die kontinuierliche Thematisierung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt dabei vor allem die alleinerziehenden Frauen.
| Kooperationspartner |
Stadt Darmstadt: Planungsamt, Projektkoordination „Soziale Stadt“, Sozialverwaltung
Stadtteilmanagement Kranichstein/Eberstadt-Süd: Büro Freischlad + Holz Wohnungswirtschaft |
|---|---|
| Handlungsfelder |
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit
Stärkung der lokalen Ökonomie |
| Zielgruppen |
Migrantinnen und Migranten
Alleinerziehende Personen des Rechtskreises SGB II |
Handlungsbedarf und Ziele
Im Programmgebiet der Sozialen Stadt in Kranichstein lebten 2005 etwa 6.100, in Eberstadt-Süd rund 3.300 Einwohnerinnen und Einwohner. Hierbei ist Kranichstein der Stadtteil mit der höchsten Sozialhilfedichte in Darmstadt. Diese lag 2005 mit etwa 22% deutlich über der Sozialhilfedichte der Gesamtstadt. Über 50% aller Empfänger von Transferleistungen im Programmgebiet waren Migrantinnen und Migranten. Dabei machten sie nur ein Drittel der gesamten Einwohnerzahl aus. Die Arbeitslosendichte (städtischer Index) lag mit 9% ebenfalls über dem gesamtstädtischen Durchschnitt von rund 7%.In Eberstadt-Süd lag der Anteil der Migrantinnen und Migranten (2005) mit rund 24% etwa 50% über dem Durchschnitt der Gesamtstadt (5%). Dabei ist der Anteil der Zuwanderer aus den ehemaligen Sowjetstaaten aufgrund der deutschen Staatsangehörigkeit statistisch nicht erfasst. Bekannt ist aber, dass es sich hierbei um eine der größten Bewohnergruppen im Quartier handelt. Der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen lag bei 21% (Gesamtstadt: 5%). Auch die Arbeitslosendichte war mit 13% deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt (7%).
Viele der in den beiden Quartieren lebenden Migrantinnen und Migranten leiden unter einer mangelnden beruflichen und gesellschaftlichen Integration und Teilhabe. Sie verfügen häufig nicht über einen in Deutschland anerkannten Bildungs- und Berufsabschluss. Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf belasten insbesondere arbeitsuchende Mütter – vor allem die Alleinerziehenden. In diesem Kontext ist es Ziel des Projekts, geförderte Arbeitsplätze für die benachteiligten Frauen in Sozialbetrieben zu schaffen, in denen sie zugleich qualifiziert werden. Das Projekt ist dabei so angelegt, dass es zu einer Verbesserung der Integrationschancen der Teilnehmerinnen in den ersten Arbeitsmarkt beiträgt. Zudem soll durch das Angebot preiswerter gebrauchter Kinderkleidung und kostengünstigem Spielzeug der steigenden Armut in den Stadtteilen begegnet werden.
Die Erfahrungen des Trägers zeigen, dass sich insbesondere Frauen aufgrund ihrer beruflichen Perspektivlosigkeit in der öffentlichen Alimentierung eingerichtet haben. Häufig wird vor allem durch das Verweilen in der Familie und im eigenen Kulturkreis der Erwerb beruflicher Erfahrungen und das Erlernen der deutschen Sprache verhindert. Unter Berücksichtigung schulischer, beruflicher und persönlicher Erfahrungen einerseits und der Entwicklungen des Arbeitsmarktes andererseits werden daher im Projekt mit interessierten Frauen realistische berufliche Perspektiven entwickelt, um sie nachhaltig bei der Einmündung in den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen. In den beiden Sozialbetrieben werden geförderte Arbeitsplätze geschaffen, die den Bewohnerinnen ermöglichen, praktische Erfahrungen im Berufsalltag zu sammeln. Durch die erfolgreiche Absolvierung von Qualifizierungsbausteinen erhalten sie Zertifikate, die ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt erhöhen und ihr Selbstbewusstsein stärken. Darüber hinaus wird im beruflichen Kontext in der Regel deutsch gesprochen, was zu einem selbstverständlichen Trainieren der im Berufsalltag verwendeten deutschen Sprache führt. Das Angebot wohnortnaher Arbeitsplätze unterstützt die Bewohnerinnen – insbesondere Alleinerziehende – dabei, Erfahrungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sammeln. Darauf aufbauend können dazu langfristige Strategien entwickelt werden. Die Frauen lernen zudem, notwendige Rahmenbedingungen zu vertreten und einzufordern.
Aktivitäten
- Einrichtung des Second-Hand-Ladens in Kranichstein in der Einkaufspassage des Fasaneriezentrums
- Neuausrichtung des durch Soziale-Stadt-Mittel finanzierten BAFF Waschsalons in Eberstadt-Süd: Aufarbeitung und Verkauf gebrauchter Kinderkleidung
- Qualifizierung der Teilnehmerinnen für den Verkauf, Ergänzung der Erfahrungen durch Verkaufsaktivitäten auf Basaren, Märkten und Börsen in Darmstadt
- Erwerb praktischer Lernerfahrungen durch Arbeit im Waschsalon in hauswirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern (Waschen, Bügeln, Ausbessern, Nähen usw.)
- Anregung von Kommunikationsprozessen durch Aufarbeitung von pädagogisch wertvollem Spielzeug und Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache in sinnvollen und lebensnahen Themenfeldern
- Entwicklung und Umsetzung IHK-zertifizierter und praxisbezogener Qualifizierungsbausteine einschl. theoretischer Lerninhalte und Abschlusszertifikat bei erfolgreicher Absolvierung
- Einbindung der Arbeit mit der webbasierten Lernplattform ILIAS aus EQUAL in theoretische Qualifizierung zur Unerstützung des eigenständigen Lernens und für Impulse im Hinblick auf lebenslanges Lernen
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Hessen
Stadt: Darmstadt
Programmgebiet: Eberstadt-Süd, Kranichstein
Projektlaufzeit: 02/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
BAFF-Frauen-Kooperation gemeinnützige GmbH
Alsfelder Str. 9
64289 Darmstadt
Telefon: 06151 669720
Fax: 06151 66972100
m.otte@baff-darmstadt.de
BAFF-Frauen-Kooperation gemeinnützige GmbH




