Gehobene Schätze
Das Projekt „Gehobene Schätze“ zielt auf eine wegweisende individuelle Qualifizierung, Förderung und Beschäftigung von Arbeitslosen, Jugendlichen und Migranten aus Spangenberg. Die Aktivitäten finden in vielfältigen und für die Region und die Teilnehmenden zukunftsträchtigen Arbeitsfeldern statt, insbesondere der Fachwerksanierung, im Landschaftsbau und im künstlerischen Baugewerbe. Die Qualifizierung wird durch verschiedene Module wie z.B. Arbeitsgelegenheiten (AGHs), Praktika, Ausbildungen und Freiwilligem sozialem Jahr (FSJ) an 2 Lehrbaustellen umgesetzt – dem Burgsitz in der Altstadt und dem Kunstpark Himmelsfels am Fuße der Kernstadt. An die Seite der Qualifizierung der Teilnehmenden tritt deren persönliche Stabilisierung durch individuelles Coaching, kontinuierliche Teamarbeit und die Erfahrung, einen eigenen Beitrag zu einem außerordentlichen Projekt zu leisten, das in der Region hohe Aufmerksamkeit erfährt.
| Kooperationspartner |
Stadt Spangenberg: Bauamt, städtische Jugendpflege, Sozial- und Jugendamt
Quartiersmanagement Werkhütte Kassel Arbeitsförderung Schwalm-Eder (ARGE) MIT Spangenberg GmbH Kaleidoskop e.V. Spangenberger Kirchengemeinden, ev. Kirche Burgsitzschule (Gesamtschule) Zentrum für Friedens- und Freiwilligendienste Kassel (zffz) Universität Kassel |
|---|---|
| Handlungsfelder |
Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit |
| Zielgruppen |
Jugendliche und junge Erwachsene
Personen des Rechtskreises SGB II Migrantinnen und Migranten |
Handlungsbedarf und Ziele
Die Kernstadt von Spangenberg leidet an einem Mangel konkreter Ideen, um ihre Potenziale zu nutzen. Die Fachwerk-Altstadt ist aufgrund der finanziellen Lage der Kommune und vieler Privateigentümer in weiten Teilen sanierungsbedürftig. Ein hoher Anteil von Migrantinnen und Migranten im Stadtkern könnte eine große Vielfalt kulturellen Lebens bewirken, doch empfinden diese sich nur selten als gesellschaftsprägende Kräfte und werden auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Der Luftkurort Spangenberg bietet Familien und Kindern eine ideale Umgebung. Die Jugendlichen erleben aber das kleinstädtische Gepräge im Zusammenhang mit fehlenden Ausbildungs- und Beschäftigungschancen und mangelnder Mobilität häufig als Hindernis für ihre schulische und berufliche Entfaltung. Wohlhabende Familien ziehen in umliegende Orte. Spangenberg hat von seiner architektonischen Ausstrahlung das Potenzial, ein touristisch attraktiver Ort zu sein, doch das Leben im Ort ist geprägt von einer „Lethargie“ verpasster Chancen. Steigerung und Erhalt äußerer Attraktivität im Zuge aktueller Förderprogramme geht noch nicht hinreichend einher mit der Entwicklung eines neuen Spangenberger Lebensgefühls. Der hohe Anteil enttäuschter und nicht selten auch gesundheitlich oder psychisch beeinträchtigter Arbeitsloser, nicht ausreichend gesellschaftlich involvierter Migranten und perspektivloser Jugendlicher trägt gerade im Stadtkern massiv zu diesem Problem bei.
Ziel des Projekts ist daher die wegweisende individuelle Qualifizierung, Förderung und Beschäftigung von Arbeitslosen, Jugendlichen und Migranten aus Spangenberg an 2 besonderen Lernorten in vielfältigen und für die Region und die Teilnehmenden zukunftsträchtigen Arbeitsfeldern. Zugleich wird die Stabilisierung der Teilnehmenden durch individuelles Coaching, kontinuierliche Teamarbeit und die Erfahrung, einen eigenen Beitrag zu einem außerordentlichen Projekt zu leisten, das in der Region hohe Aufmerksamkeit erfährt, gefördert.
In Spangenberg leben derzeit etwa 290 Arbeitslose, ein Großteil sind Migranten, Langzeitarbeitslose und arbeitslose Jugendliche. Überdurchschnittlich viele von ihnen wohnen im Stadtkern. Das Projekt fördert nicht nur ihre berufliche Integration, sondern gerade und insbesondere die Wiedererlangung gesellschaftlicher Anerkennung durch soziale, emotionale und kulturelle Integration. Indem die Teilnehmenden im Rahmen des Projekts bewusst zwei Schätze heben – den „Burgsitz“ und den „Kunstpark Himmelsfels“ – die in der öffentlichen Wahrnehmung verloren waren, erlangen sie sowohl die eigene Anerkennung neu als auch die der anderen Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier.
Durch das Projekt leisten die Teilnehmer außerdem einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Attraktivität der Kernstadt von Spangenberg und für das Lebensgefühl in der Stadt – es entsteht eine langfristige Wertschöpfung. Das Projekt fördert gezielt in einer Laufzeit von etwa 3 Jahren insgesamt rund 120 Arbeits- und beruflich Orientierungslose. Die berufliche Qualifizierung richtet sich auf spezifische regionale Bedarfe und Arbeitsangebote aus, in einzelnen Fällen ist eine vollständige handwerkliche Ausbildung geplant (nach Handwerksordnung Zimmerei). Durch enge Kooperation mit der Arbeitsagentur und gleichzeitig mit den wichtigsten Spangenberger Betrieben soll eine hohe Durchlässigkeit in die lokale Arbeitswelt erreicht werden. An die Seite der beruflichen Förderung tritt die gezielte psychologische und sozialpädagogische Förderung, die auch das soziale Umfeld der Teilnehmenden einbezieht.
Aktivitäten
- Qualifizierung der Teilnehmenden unter fachlicher Anleitung auf 2 Lernbaustellen („Bergen öffentlicher Schätze“)
- Lernbaustelle 1: Sanierung und Renovierung des „Burgsitz“, freistehendes, stadtbildprägendes Fachwerkgebäude mit schlechtem Erhaltungszustand, aber überregionaler Bekanntheit
- Lernbaustelle 2: Aufbau und Gestaltung des "Kunstpark Himmelsfels", ehemalige Bauschuttdeponie am Fuße der Kernstadt, Entwicklung als neuer Bewohnerpark sowie Treffpunkt und Erlebnisort für Kinder, Jugendliche, Familien und Gäste
- Qualifizierung in der Fachwerksanierung, im Landschaftsbau und im künstlerischen Baugewerbe
- sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmenden und ihres sozialen Umfelds
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Hessen
Stadt: Spangenberg
Programmgebiet: Stadtkern
Projektlaufzeit: 02/2009 bis 06/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
Werner Pfetzing Stiftung Himmelsfels
Dörnbach 12
34286 Spangenberg
Telefon: 05663 239555
Fax: 03212 1061294
johannesweth@himmelsfels.de
Werner Pfetzing Stiftung Himmelsfels


