Arbeit für Bildung im Café BIWAQ
Die Jugendlichen erhalten im Projekt individuelle Betreuung und stellen sich den realen Anforderungen des Arbeitslebens. Unter diesen Bedingungen erwerben sie Schlüsselqualifikationen und erarbeiten realistische Perspektiven für ihre berufliche Zukunft. Sie durchlaufen zu Beginn der Maßnahme eine Kompetenzfeststellung und werden im Projektverlauf darin gefördert, den Anforderungen einer Ausbildung im Projektanschluss gewachsen zu sein. Ein besonderer Schwerpunkt ist der Aufbau von Motivation und Eigenverantwortung. Die Jugendlichen legen ihre Ziele selbst fest und werden bei der Zielerreichung individuell unterstützt.
| Kooperationspartner |
Stadt Langen: Koordinationsstelle Jugendförderung, Seniorenzentrum Haltestelle
Jugendmigrationsdienst (JMD) des Internationalen Bunds Berufswegebegleitung Kreis Offenbach Quartiersmanagement (Stadtteilbüro Langen Nordend) Berufswegebegleitung Jugendzentrum KOM,ma Agentur für Arbeit – Geschäftsstelle Langen Pro Arbeit Kreis Offenbach (SGB II- Leistungsträger) Industrie- und Haandelskammer Handwerkskammer |
|---|---|
| Handlungsfelder | Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit |
| Zielgruppen | Jugendliche und junge Erwachsene |
Handlungsbedarf und Ziele
Das Langener Nordend ist seit 2001 Programmgebiet der Sozialen Stadt. Der Stadtteil ist ein innenstadtnahes Wohnquartier mit überdurchschnittlich hoher Wohndichte. Ein zentrales Problemfeld im Quartier war das inzwischen geschlossene Übergangswohnheim für Spätaussiedler, das aufgrund seiner Belegungsdichte und Fluktuation besondere Belastungen in der Nachbarschaft bereitet hat. Die Bewohnerinnen und Bewohner blieben größtenteils im Nordend wohnen, so dass die Probleme nicht gelöst wurden. Sie haben sich nur strukturell verlagert. Der Anteil der Erwerbslosen und einkommensschwachen Bewohner ist um die Hälfte höher als in anderen Stadtteilen. Von den rund 2000 Jugendlichen im Quartier hat jeder zweite einen Migrationshintergrund – dabei ist die Jugendarbeitslosigkeit im Gebiet besonders hoch. Daher sollte ein Handlungsfeld der sozialen Stadtteilarbeit die Beratung, Qualifizierung und Unterstützung Jugendlicher bilden, um eine hohe Vermittlung in Ausbildung oder Beschäftigung zu ermöglichen. Ein weiteres Problemfeld sind die Hemmschwellen zwischen den Jugendlichen und älteren Menschen im Quartier. Hier gilt es, Verständnis und Akzeptanz füreinander und ein harmonisches Miteinander zu fördern.Das „Projekt Café BIWAQ“ greift als generationsübergreifendes Qualifizierungsprojekt diese Problemlagen auf. Die Teilnehmenden lernen im Projekt, unter fachlicher Anleitung einen Gastronomiebetrieb zu führen. Der Betrieb ist ein Café, das unter realen Bedingungen geführt wird. Die Jugendlichen lernen den Umgang mit älteren Menschen, erwerben Qualifizierungsbausteine und trainieren Schlüsselqualifikationen. Eine Kompetenzanalyse schafft die Basis für eine individuelle, realistische Berufsperspektive. Dabei wird die Weitervermittlung in Ausbildung, Qualifizierung oder das Nachholen eines höheren Bildungsabschlusses gefördert.
Das „Café BIWAQ“ ist einerseits ein Qualifizierungsangebot für junge Menschen, andererseits ein Projekt, das generationenübergreifend die Verbesserung des Miteinanders von Alt und Jung im Stadtteil zum Ziel hat. Pro Jahr sollen jeweils zwölf junge Menschen unter fachlicher Anleitung den Cafébetrieb in einer Seniorenbegegnungsstätte aufbauen und betreiben. Hier erwerben sie Kenntnisse sowohl in betriebswirtschaftlichen Abläufen als auch im Servicebereich. Sie trainieren Schlüsselqualifikationen wie z.B. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit und Teamfähigkeit und wenden diese in einem realen Arbeitsumfeld an. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden am Beispiel des Cafés Dienstleistungen für ältere Menschen als einen möglichen künftigen Arbeitsmarkt kennen.Durch die Arbeit im Team und mit den Senioren wird das Verhältnis zwischen Alt und Jung gefördert sowie das gegenseitige Verständnis und die Toleranz füreinander geweckt. Im Café begegnen sich Seniorinnen und Senioren sowie Jugendliche auf „Augenhöhe“ und respektieren einander als Kunde und Dienstleister. Sie können voneinander lernen und gegenseitige Empathie für die spezifischen Bedürfnisse der Anderen entwickeln. Als Gegenleistung für ihren Einsatz im Projekt erhalten die Teilnehmenden ein umfassendes Bildungsangebot. Ihr „Profit“ liegt in erster Linie in der Möglichkeit, anerkannte Qualifizierungsbausteine zu erwerben oder einen höherwertigen Schulabschluss anzustreben (hier: Realschulabschluss). Dadurch wird auch der Wert besserer und am Markt nachgefragter Schulbildung verdeutlicht.
Aktivitäten
- Einrichtung eines Café- und Bistrobetriebs in Räumen des Seniorenzentrums Langen („Haltestelle“) – Treffpunkt und PC-Zentrum für Senioren – als Lernangebot für Jugendliche zur Führung eines Gastronomiebetriebs unter fachlicher Anleitung
- Kompetenzanalysen zum Qualifizierungsstart: Analyse von Stärken und Schwächen, Identifikation Verbesserungspotenziale, Entwicklung individueller Perspektiven, Beobachtung im Projektverlauf, gemeinsame Reflexion mit Teilnehmenden, Überprüfung, ggf. Anpassung
- Theoretische und fachliche Unterweisung der Teilnehmenden in Bereichen Einkauf, Lagerhaltung, Buchführung, Zubereitung von Speisen (kleine Snacks, Kuchen) und Service
- Projektangebot zur Vorbereitung auf Nachholen und Erwerb des Realschulabschlusses für besonders engagierte/geeignete Teilnehmende
- Angebot von durch die Industrie- und Handelskammer anerkannte Qualifizierungsbausteine, die ggf. auf Ausbildungsdauer in einem verwandten Ausbildungsberuf angerechnet werden können, einschl. Module zur kontinuierlichen Verbesserung berufsbezogener Sprachkenntnisse, beim Nachholen des Realschulabschlusses auch berufsbezogenes Englisch.
- Gemeinsame, regelmäßige Projektreflexion mit Teilnehmenden in mehrtägigen Workshops, auch zur Stärkung der jeweiligen Qualifikantengruppe und der sozialen Kompetenzen der Jugendlichen.
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Hessen
Stadt: Langen
Programmgebiet: Nord
Projektlaufzeit: 05/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
Internationaler Bund, Freier Träger der Jugend-, Sozial-, und Bildungsarbeit e. V. - Verbund Hessen
Robert-Bosch-Str. 24
63225 Langen
Telefon: 06103 2055612
Fax: 06103 2055625
Hanneliese.Einloft-Achenbach@internationaler-bund.de
Internationaler Bund





