BIB – Belmer Initiative für Bildung und Beschäftigung
Um die Projektziele zu erreichen, werden alle relevanten regionalen Einrichtungen bzw. Akteure aus den Bereichen Schule sowie Jugend- und Jugendberufshilfe zusammengebracht und funktional miteinander verknüpft. Gleichzeitig werden potenzielle Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber in der Projektregion gezielt kontaktiert und in die Orientierungs- und Vermittlungsaktivitäten einbezogen. BIB ist in diesem Sinne ein offenes Netzwerk, das seine Prozesse und Strukturen danach ausrichtet, die Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration der Zielgruppe wirksam und nachweisbar zu verbessern. Über den Projektzeitraum hinaus sollen die beteiligten Akteure befähigt werden, durch BIB erzeugte Impulse und positive Ansätze als „gute Praxis“ eigenständig fortzuführen.
| Kooperationspartner |
Gemeinde Belm
Quartiersmanagement MaßArbeit kAöR – kommunale Arbeitsvermittlung des Landkreises Osnabrück Soziales Kaufhaus FUNDUS (Träger: DETO e.V.) BIW – Belmer Integrationswerkstatt e.V. Pro Belmer Jugend e.V. Johannes-Vincke-Schule Belm-Powe Universität Osnabrück, Institut für Geographie/ Institut für Migrationsforschung (IMIS) Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Belm |
|---|---|
| Handlungsfelder |
Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit
Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf |
| Zielgruppen |
Personen des Rechtskreises SGB II
Jugendliche und junge Erwachsene Schülerinnen und Schüler Migrantinnen und Migranten Frauen |
Handlungsbedarf und Ziele
Belm (Landkreis Osnabrück) ist eine Kommune im südwestlichen Niedersachsen, in die in den 1980er und 1990er Jahren viele (Spät-)Aussiedler und Angehörige anderer ethnischer Gruppen (Türken, Albaner, Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien) kamen. Bei 2.800 der 14.000 Einwohner zählenden Gemeinde handelt es sich um Migranten 64 unterschiedlicher Nationalitäten. Der Migrantenanteil im Programmgebiet liegt bei etwa 70%, der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach SGB II unter den Quartiersbewohnern bei rund 35%. Kinderreiche Familien in dem jungen Quartier (40% unter 25 Jahren) sind besonders häufig von Transferleistungen abhängig. Die Migrantinnen und Migranten sind darüber hinaus überproportional häufig von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.Ein besonderer Handlungsbedarf ergibt sich somit aus der fehlenden Integration von Migranten und Nicht-Migranten in den regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, schwacher formaler Qualifikation der Zielgruppen, dem mangelnden Übergang von der Schule (besonders Haupt-/ Realschule) in eine Berufsausbildung sowie der mangelnden Übereinstimmung zwischen dem regionalen Arbeitskräftebedarf der Unternehmen und dem Arbeitskräfteangebot im Quartier. Notwendig sind daher eine Vernetzung bereits bestehender Angebote in der Qualifizierung, Beratung und Vermittlung sowie eine bedarfsorientierte Ergänzung der lokalen Strukturen durch Einzelmaßnahmen.
Ziel der BIB ist es daher, arbeit- und ausbildungplatzsuchende Bewohnerinnen und Bewohner in Belm-Powe mit dem regionalen Angebot an Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zusammenzuführen. Dabei sollen bereits bestehende Angebote, Förderstrukturen und Vernetzungen erfasst und diese bedarfsgerecht durch neue Maßnahmen und Aktivitäten ergänzt werden. Ziel dieser verbesserten Vernetzung ist es, (Langzeit-)Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren sowie Jugendlichen den Übergang in Ausbildung und Arbeit zu erleichtern.Der besondere Beitrag von BIB liegt dabei darin, dass alle mit dem Thema befassten Einrichtungen, Träger und Ausbildungsbetriebe im Quartier bzw. in Belm eingebunden werden und die damit erfasste Angebotsstruktur koordiniert, abgestimmt und an die Bedarfssituation der Zielgruppen angepasst wird. Damit wird den Bedarfslagen der Zielgruppen und der lokalen Ökonomie Rechnung getragen. Darüber hinaus werden Arbeits- und Ausbildungsplatzangebote in angrenzenden Kommunen genutzt, so dass das lokale Potenzial sinnvoll ergänzt wird. BIB orientiert sich inhaltlich am Integrierten Handlungskonzept für das Gebiet Belm-Powe im Kontext des Bundesprogramms „Soziale Stadt“ und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der darin formulierten Ziele und Aufgaben im Bereich „Beschäftigung/Qualifizierung“. Darüber hinaus sollen durch BIB Strukturen und Angebote geschaffen werden, die durch die vorhandenen lokalen Akteure nach dem Projektende selbsttätig weitergeführt werden können, um so eine dauerhafte Verbesserung der Bedarfssituation zu erreichen.
Aktivitäten
- Aufbau eines lokalen Vermittlungsbüros für (Langzeit-)Arbeitslose sowie ausbildungs- und arbeitsuchende Jugendliche
- kaufmännisch-gewerbliche Qualifizierung von (Langzeit-)Arbeitslosen im Sozialen Kaufhaus FUNDUS mit dem Ziel der eigenen Existenzsicherung und dem Erlernen der Übernahme eigener Handlungsverantwortung
- Unterstützung und Begleitung regionaler Betriebe bei der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit vorherigem Leistungsbezug nach SGB-II und/oder Migrationshintergrund
- Durchführung von zwei Ausbildungsplatzbörsen pro Jahr an der Johannes-Vincke-Schule Belm (Haupt-/Realschule) in enger Abstimmung mit dem Forum Belmer Unternehmen (FBU) und dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), ganzjährige aktive Begleitung und Unterstützung von Lehrern und Sozialpädagogen in der Berufsorientierung (auch im Unterricht)
- Ausbau des Kontakt- und Betreuungsnetzes im Rahmen aufsuchender Jugendsozialarbeit und offener Jugendarbeit des Vereins Pro Belmer Jugend e.V./Jugendzentrum Gleis 3, um möglichst viele unversorgte Jugendliche und junge Erwachsene zu erreichen
- Qualifizierung von Lehrern, Sozialpädagogen, Ausbildern etc., um eine zielgruppenadäquate Ansprache insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund sicherzustellen (in Kooperation mit dem IMIS/Universität Osnabrück)
- sozialpädagogische Qualifizierung und Förderung von Frauen bzw. Multiplikatorinnen im Kontext des Frauennetzwerkes Belm, um das Selbsthilfepotenzial der Gruppe wirksam zu erhöhen
- Elternarbeit: Einbeziehung der Eltern (insbesondere mit Migrationshintergrund) vor allem in der Johannes-Vincke-Schule, um sie in Beratungs- und Vermittlungsaktivitäten als aktive Unterstützer einzubeziehen.
Projektinformationen
Zielgebiet: Regionale Wettbewerbs-
fähigkeit und Beschäftigung
Bundesland: Niedersachsen
Stadt: Belm
Programmgebiet: Powe
Projektlaufzeit: 5/2009 bis 10/2012
Förderrunde: 2008-2012
Kontakt
DETO - Verein zur Förderung von Demokratie, Toleranz und interkulturelle Verständigung Osnabrück e.V.
Große Schulstraße 53
49078 Osnabrück
Telefon: 0541/4068212
Fax: 0541/4099470
woltering@deto-ev.org
DETO - Verein zur Förderung von Demokratie, Toleranz und interkulturelle Verständigung Osnabrück e.V.





